Erste Hilfe unterwegs

Ob im Urlaub bei einer Wanderung, auf dem Festival oder am Strand: Was hilft bei Hitzschlag, Wespenstich oder Verstauchung? Und was gehört in die Reiseapotheke?

Frau beim Wandern umgeknickt.

Erste Hilfe unterwegs: Was im Notfall auf Reisen hilft

Ob Hitzschlag, Wespenstich oder verstauchter Fuß: Unterwegs können selbst kleine Beschwerden schnell unangenehm werden. Was solltest du im Notfall tun? Und welche Basics gehören in die Reiseapotheke?

Krank zu werden oder sich zu verletzen ist zu Hause schon unangenehm genug – unterwegs im Strandurlaub, auf der Wandertour oder beim Festival erst recht. Umso wichtiger ist es, die Beschwerden richtig einzuordnen und zu wissen, was schnell helfen kann.

Zu viel Sonne: So erkennst du Sonnenstich und Hitzschlag

Bei schönem Wetter ist die Versuchung groß, den ganzen Tag in der Sonne zu verbringen. Trinken wir dann auch noch wenig, gerät der Kreislauf schnell an seine Grenzen. Das kann schnell ungenehm werden:

  • Ein Sonnenstich entsteht meist durch direkte Sonne auf Kopf und Nacken. Typische Beschwerden sind Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit und ein heißer Kopf. Wichtig ist, sofort aus der Sonne zu gehen, genug zu trinken und Kopf sowie Nacken zu kühlen.
  • Ein Hitzschlag ist deutlich gefährlicher. Dabei überhitzt der gesamte Körper, etwa durch extreme Temperaturen oder starke körperliche Belastung in der Hitze. Warnzeichen sind eine hohe Körpertemperatur, sehr heiße Haut, schneller Puls oder Verwirrtheit. Dann solltest du sofort den Notruf wählen.

Wespenstich oder Zecke: Wie du reagieren solltest

Ein Wespenstich ist zwar schmerzhaft, aber meist harmlos. Kühlung genügt als erste Hilfe. Kommen allerdings Atemnot, Schwindel oder starke Reaktionen dazu, solltest du sofort den Notruf wählen. Das gilt besonders bei Stichen im Mund- oder Rachenraum.

Entdeckst du unterwegs eine Zecke auf der Haut, entferne sie am besten vorsichtig mit einer Zeckenkarte oder Pinzette. Achte darauf, das Tier nicht zu quetschen. Bekommst du in den nächsten Wochen grippeähnliche Beschwerden oder bildet sich eine ringförmige Hautrötung, solltest du zum Arzt gehen.

Umgeknickt oder gestürzt: Diese Sofortmaßnahmen helfen

Ein falscher Schritt auf unebenem Boden genügt und schon ist der Fuß umgeknickt. In den ersten Stunden hilft die sogenannte PECH-Regel:

  • Pause machen
  • Eis oder Kühlpacks nutzen
  • Compression, also einen elastischen Verband anlegen
  • Hochlagern

Werden die Beschwerden nicht besser, der Fuß schwillt deutlich an, verfärbt sich blau oder Auftreten ist kaum möglich, sollte sich das ein Arzt ansehen.

Schürfwunden gilt es möglichst schnell zu reinigen und zu desinfizieren. Ein Pflaster schützt die Stelle anschließend vor Schmutz. Bei stark blutenden Wunden oder Anzeichen einer Entzündung ist ebenfalls ärztliche Hilfe sinnvoll.

Magenprobleme im Urlaub: Was bei Durchfall und Übelkeit hilft

Gerade auf Reisen reagiert der Magen manchmal empfindlich. Bei Durchfall oder Übelkeit ist das Wichtigste, genug zu trinken. Mineralwasser, Tee oder Elektrolytlösungen helfen dabei, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Leichte Mahlzeiten wie Reis, Bananen oder Zwieback sind oft besser verträglich als fettiges Essen. Hast du hohes Fieber, starke Kreislaufprobleme oder Blut im Stuhl, solltest du besser zum Arzt gehen.

Notfall im Wasser: Was bei Krämpfen und Atemproblemen hilft

Ein Muskelkrampf beim Schwimmen kann schnell beängstigend werden. Versuche trotzdem, ruhig zu bleiben, dich auf den Rücken zu drehen und langsam Richtung Ufer zu bewegen. Oft hilft es, den verkrampften Muskel vorsichtig zu dehnen.

Beobachtest du, dass jemand im Wasser Schwierigkeiten hat, sich über Wasser zu halten, ruf laut um Hilfe und mache andere auf die Situation aufmerksam. Wähle dann den Notruf und bringe der Person möglichst einen Gegenstand zum Festhalten. Dabei gilt immer: Bring dich nicht selbst in Gefahr.

Gut vorbereitet unterwegs: Das gehört in die Reiseapotheke

Nicht jeder kleine Notfall lässt sich vermeiden – vorbereitet zu sein hilft aber oft schon weiter. Für unterwegs braucht es keine vollgepackte Hausapotheke. Ein paar Basics können aber viel Stress ersparen:

  • Pflaster und Blasenpflaster
  • elastische Binde oder Bandage
  • kleine Desinfektionstücher
  • Schmerzmittel
  • Gel gegen Insektenstiche
  • Mittel gegen Durchfall
  • Elektrolyte
  • persönliche Medikamente

Praktisch ist außerdem, wichtige Medikamente nicht nur im Koffer, sondern griffbereit im Handgepäck dabeizuhaben.

Kurz-FAQ: Erste Hilfe unterwegs

Wichtig ist, sofort aus der Sonne zu gehen, Wasser zu trinken und den Körper zu kühlen. Ruhe dich erstmal aus und vermeide körperliche Anstrengung.

Mehrmals täglich etwa 15 bis 20 Minuten reichen meist aus. Lege Kühlpacks dabei nie direkt auf die Haut.

Vor allem bei Atemnot, starken Schwellungen oder Stichen im Mund- und Rachenraum solltest du schnell ärztliche Hilfe holen.

Nicht unbedingt. Entferne die Zecke möglichst vorsichtig und beobachte die Hautstelle in den nächsten Wochen.

Sinnvoll sind unter anderem Pflaster, eine elastische Binde, Desinfektion, Schmerzmittel, Elektrolyte und persönliche Medikamente.

Extra-Tipp: Medikamente richtig lagern

Hohe Temperaturen können die Wirkung und Haltbarkeit von Medikamenten beeinträchtigen. Erfahre im Artikel, worauf du bei Hitze achten solltest.

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