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Gesundheit 02/2021
Eine Frau mit korpulenten Beinen läuft einen Weg entlang Aktuelle Ausgabe
© gettyimages

Lipödem – erkennen, behandeln, mögliche Ursachen

Helfen weder Diäten noch Sport gegen überschüssige Pfunde, kann ein Lipödem die Ursache sein. Die Fettverteilungsstörung ist für Betroffene körperlich und psychisch extrem belastend. Wir beleuchten die Symptome und Möglichkeiten der Behandlung.

Zeigt die Waage ein paar Kilos zu viel an, wird man sie mit veränderten Essgewohnheiten und regelmäßiger Bewegung in der Regel auch wieder los. Aber nicht immer: In einigen Fällen verbirgt sich hinter den ungeliebten Fettpolstern ein sogenanntes Lipödem – eine chronische Erkrankung, der weder mit einer Diät noch mit Sport beizukommen ist. Das Lipödem ist weit mehr als nur ein ästhetisches Problem, denn mitunter geht es mit starken Schmerzen einher und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen oft stark.

Typische Symptome: So erkennt man ein Lipödem

Bei einem Lipödem vermehren sich Fettzellen unkontrolliert im Fettgewebe der Unterhaut – selbst exzessiver Sport und Fastenkuren lassen sie nicht schmelzen. Kennzeichnend für die Erkrankung ist, dass nur bestimmte Körperregionen betroffen sind, während andere schlank bleiben. Am häufigsten tritt ein Lipödem an den Oberschenkeln auf – gelegentlich spricht man deshalb auch vom Reiterhosensyndrom. Das Lipödem kann aber auch Hüfte, Gesäß und Unterschenkel umfassen. Seltener betrifft es die Arme. Füße und Hände bleiben immer schlank – ein wichtiger Punkt, der das Lipödem vom Übergewicht abgrenzt. Ein weiteres Leitsymptom ist, dass ein Lipödem immer symmetrisch ausgebildet ist, beide Beine und/oder beide Arme also gleichmäßig betroffen sind. Typisch sind zudem Schwellungen und Flüssigkeitseinlagerungen, die starke Schmerzen verursachen können. Hinzu kommen eine gesteigerte Druckempfindlichkeit und eine ausgeprägte Neigung zu blauen Flecken.

Abhängig von der Ausprägung des Lipödems werden drei Stadien unterschieden: Im ersten Stadium ist die Hautoberfläche größtenteils noch glatt. Im zweiten Stadium wird sie knotiger und größere Dellen sind sichtbar. Im dritten Stadium verhärtet sich das Gewebe zunehmend und es entstehen ausgeprägte Fettwülste.

Mögliche Ursachen: Veranlagung und hormonelle Veränderungen

Ein Lipödem tritt fast ausschließlich bei Frauen auf. Die genauen Ursachen für seine Entstehung sind noch nicht vollständig erforscht. Sowohl eine erbliche Veranlagung als auch hormonelle Veränderungen können eine Rolle spielen. Für eine Erblichkeit spricht, dass das Lipödem in einer Familie oft gehäuft auftritt. Die Tatsache, dass sich ein Lipödem meistens mit der Pubertät, einer Schwangerschaft oder der Menopause entwickelt, lässt wiederum einen hormonellen Hintergrund vermuten. Unbestritten ist, dass das Körpergewicht keinen Einfluss auf die Entstehung hat. Bei schlanken und normalgewichtigen Frauen kann ein Lipödem ebenso entstehen wie bei Frauen mit höherem Gewicht.

Angst und Depressionen: Fast immer leidet auch die Psyche

Lipödempatienten werden wegen ihres äußeren Erscheinungsbildes häufig angestarrt oder gar verbal attackiert. Die immer wiederkehrenden Schmerzen sind eine weitere Belastung. Hinzu kommt, dass sich viele Betroffene selbst die Schuld für ihre Figur geben. Wenn tapfer durchgehaltene Diäten und Sport keinen sichtbaren Erfolg mit sich bringen, ist Frust vorprogrammiert. Äußert sich dieser in Form von Essattacken, droht zusätzliches Übergewicht, das das Krankheitsbild weiter verschlimmert. In der Folge leiden Lipödempatienten oft unter Depressionen und Essstörungen. Eine erste Hilfe bei Kummer und Sorgen kann der Austausch mit anderen Betroffenen sein. Im Internet finden sich viele lokale Selbsthilfegruppen, unter anderem auf der Website des Lymphselbsthilfe e.V.. Bei starken und anhaltenden psychischen Problemen ergänzt eine Psychotherapie die Lipödembehandlung auf sinnvolle Weise.

Behandlung: Kompression und Entstauung sind wichtige Hebel

Da ein Lipödem nicht ursächlich geheilt werden kann, zielt die Therapie darauf ab, die Symptome zu bessern und eine Zunahme der Fetteinlagerungen zu stoppen. Dabei gilt es, so frühzeitig wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Zur konservativen Behandlung gehören insbesondere das Tragen maßgefertigter Kompressionsstrümpfe und die Entstauung der betroffenen Körperregionen mithilfe manueller Lymphdrainagen. Die Therapie muss fortwährend angewandt werden. Die Behandlungskosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, stellt die Liposuktion (Fettabsaugung) eine weitere Therapiemöglichkeit dar. Experten empfehlen, einen solchen chirurgischen Eingriff unbedingt in einer auf das Krankheitsbild spezialisierten Klinik durchführen zu lassen, da die Operation viel Erfahrung erfordert. Seit 2020 werden die Kosten für eine operative Fettabsaugung bei einem durch den Arzt diagnostizierten Lipödem im dritten Stadium von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

So tragen Sie selbst zum Behandlungserfolg bei

Lipödem und Übergewicht haben zwar grundsätzlich nichts miteinander zu tun, gehen aber häufig miteinander einher. Starkes Übergewicht kann den Verlauf und das Beschwerdebild der Erkrankung sogar negativ beeinflussen. Wer an einem Lipödem leidet, kann somit an der Behandlung mitwirken, indem er vorhandenes Übergewicht abbaut. Neben einer gesunden Ernährung ist auch bei Lipödempatienten reichlich Bewegung sinnvoll. Am besten eignen sich Wassersportarten wie Schwimmen, Aqua-Jogging oder Aqua-Cycling, da sie einen ähnlichen Effekt wie die Lymphdrainage haben und die Gelenke schonen. An Land bieten sich Gymnastik, Walking und Radfahren an. Ungünstig sind Sportarten mit abrupten Anlauf- und Stopp-Bewegungen wie beispielsweise beim Handball oder Tennis.

Weitere Informationen rund um das Krankheitsbild und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie unter anderem auf der Homepage des Lymphnetzwerks und im Lipödemportal.

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