Wege aus der Sucht
Eine Sucht zu überwinden ist ein fordernder Prozess. Welche Schritte helfen beim Ausstieg und wo finden Betroffene Unterstützung?
Eine Sucht zu erkennen und sich einzugestehen, ist oft der erste wichtige Schritt, um sie hinter sich zu lassen. Doch wie gelingt der Ausstieg? Welche Schritte helfen jetzt weiter – und wo finden Betroffene Unterstützung?
Wege aus der Sucht: Loslassen und neue Schritte wagen
Ob Alkohol oder Nikotin, Glücksspiel oder Mediennutzung: Alle Formen der Sucht haben gemeinsam, dass sie das Wohlbefinden, die Lebensgestaltung und Beziehungen stark beeinträchtigen können. Wie sich solche Dynamiken entwickeln, lässt sich am Beispiel Cannabis besonders gut nachvollziehen.
Wenn Konsum eine Funktion übernimmt
Seit Jahren ist in Deutschland ein Anstieg des Konsums zu beobachten.¹ Durch die Teillegalisierung hat sich dieser zwar nicht signifikant verändert, es wird jedoch häufiger offen darüber gesprochen. Die gesellschaftliche Normalisierung unterstreicht, wie wichtig ein reflektierter Umgang ist. Cannabis wird häufig nicht aus reiner Lust, sondern aus funktionalen Gründen genutzt, etwa um abzuschalten oder belastende Gedanken zu dämpfen. Fehlt eine bewusste Auseinandersetzung damit, kann sich der Konsum allmählich verselbstständigen.
Was alle Formen von Sucht gemeinsam haben
Unabhängig von der Substanz oder dem Verhalten folgt Sucht oft ähnlichen Mustern. Entscheidend ist nicht das einzelne Mittel, sondern die Bedeutung, die es im Alltag bekommt. Sucht ist keine Frage von Willenskraft, sondern eine behandelbare Erkrankung, bei der körperliche, psychische und soziale Faktoren zusammenwirken. Gerade deshalb lohnt es sich, früh aufmerksam zu werden. Die folgenden Schritte können dabei helfen, den eigenen Weg aus der Sucht zu finden.
Rückfälle gehören zum Prozess
Veränderungen verlaufen selten geradlinig. Viele Menschen erleben auf dem Weg aus der Sucht Phasen, in denen alte Muster wieder auftauchen. Solche Rückschläge sind kein Zeichen des Scheiterns, sondern Teil eines Lernprozesses. Entscheidend ist, wie diese Situationen eingeordnet werden. Sie können Hinweise darauf geben, welche Auslöser besonders wirksam sind und wann zusätzliche Unterstützung hilfreich wäre.
Professionelle Unterstützung suchen
Eine psychotherapeutische Beratung kann helfen, die Auslöser zu verstehen und neue Strategien zu entwickeln. Besonders wirksam ist die kognitive Verhaltenstherapie, die Gedanken und Gewohnheiten rund um das Thema Sucht verändert.
► Alle wichtigen Informationen zu unseren psychotherapeutischen Angeboten haben wir Ihnen auf unserer Webseite zusammengestellt.
Auch Selbsthilfegruppen bieten praktische und emotionale Unterstützung. Erste Anlaufstellen und Kontakte finden Sie im Internet.