Ein Mann stützt sich auf dem Babybett ab und sieht erschöpft aus. Aktuelle Ausgabe

Wochenbettdepression bei Vätern: Mehr als nur Erschöpfung

Eine Wochenbettdepression wird meist mit Müttern in Verbindung gebracht. Doch auch Männer können nach der Geburt eines Kindes eine postpartale Depression entwickeln. Woran lässt sie sich erkennen und wo finden Betroffene Unterstützung?

Die Geburt eines Kindes verändert das Leben von Grund auf. Die Nächte sind kurz, der Alltag muss neu organisiert werden und die Verantwortung wächst. Viele Väter erleben diese Zeit als glücklich, aber auch als herausfordernd. Dass nicht immer nur Freude im Vordergrund steht, ist völlig normal. Halten Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Gereiztheit jedoch über längere Zeit an, kann auch eine Wochenbettdepression dahinterstecken.

Was ist eine postpartale Depression bei Männern und wie entsteht sie?

Von einer Wochenbettdepression ist meist im Zusammenhang mit Müttern die Rede. Weniger bekannt ist, dass auch Väter nach der Geburt psychisch erkranken können. Fachleute sprechen dann von einer postpartalen Depression bei Männern. Anders als bei Müttern stehen dabei meist nicht körperliche Veränderungen im Vordergrund, sondern psychische Belastungen in der ersten Zeit nach der Geburt. Dazu gehören beispielsweise Schlafmangel, Sorgen um das Kind, die neue Verantwortung oder finanzielle Herausforderungen¹.

Wie sich eine postpartale Depression bei Müttern äußert und welche Unterstützung möglich ist, lesen Sie auf unserer Webseite: Postpartale Depression.

Woran lässt sich eine Wochenbettdepression bei Vätern erkennen?

Eine postpartale Depression zeigt sich bei Männern oft anders als erwartet. Zwar gehören Traurigkeit und Antriebslosigkeit zu den typischen Beschwerden. Folgende Anzeichen können ebenfalls auf eine Erkrankung hinweisen²:

  • Reizbarkeit oder häufige Wutausbrüche
  • Rückzug von der Familie oder aus dem Freundeskreis
  • Schuldgefühle oder starke Selbstzweifel
  • Konzentrationsprobleme
  • fehlende Freude, auch im Umgang mit dem Baby
  • innere Leere

In vielen Fällen bleibt eine Wochenbettdepression bei Vätern lange unbemerkt, weil Betroffene ihre Belastung überspielen oder sich verstärkt in die Arbeit stürzen.

Warum manche Männer stärker belastet sind

Wie stark Männer die psychische Belastung nach der Geburt erleben, ist sehr unterschiedlich. Verschiedene Faktoren können das Risiko für eine postpartale Depression erhöhen. Dazu gehören frühere psychische Erkrankungen, eine Depression der Partnerin, Partnerschaftskonflikte oder fehlende Unterstützung durch die Familie und den Freundeskreis. Hinzu kommt, dass viele Männer den Anspruch haben, ihrer Familie Sicherheit zu geben und gleichzeitig im Beruf leistungsfähig zu bleiben. Gelingt dieser Spagat nicht, können Selbstzweifel und anhaltender Stress die Situation zusätzlich verschärfen.

Wann professionelle Hilfe wichtig ist

Nicht jede schwierige Phase nach der Geburt ist eine Depression. Halten die Beschwerden jedoch über mehrere Wochen an oder nehmen sie zu, sollten Betroffene professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Eine erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Je nach Situation können auch psychotherapeutische Praxen oder Beratungsstellen für Familien weiterhelfen. Je früher eine Depression erkannt wird, desto besser lässt sie sich in der Regel behandeln.

Fünf Tipps: So lässt sich die psychische Belastung nach der Geburt verringern

Eine postpartale Depression erfordert professionelle Unterstützung. Zusätzlich können folgende Tipps dabei helfen, die Belastungen in der ersten Zeit nach der Geburt besser zu bewältigen:

  1. Nehmen Sie Unterstützung von Ihrer Familie oder aus Ihrem Freundeskreis an.
  2. Sprechen Sie offen mit Ihrer Partnerin oder anderen vertrauten Menschen über Ihre Belastung.
  3. Planen Sie regelmäßig kleine Auszeiten für Bewegung oder Erholung ein.
  4. Suchen Sie den Austausch mit anderen Vätern.
  5. Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst: Perfekte Eltern gibt es nicht.

Hilfe in Krisen

In einer psychischen Krise erreichen Sie die TelefonSeelsorge rund um die Uhr, anonym und kostenfrei unter:

0800 111 0 111
0800 111 0 222
116 123

 

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