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Spastik nach einem Schlaganfall – Hilfe durch moVe-it
Ein Schlaganfall verändert vieles: für die Betroffenen selbst, aber auch für ihre Familien und Freunde. Entsteht zusätzlich eine Spastik, wird aus jedem Vorhaben schnell ein Kraftakt. Das Projekt moVe-it will die Versorgung spürbar verbessern.
Wenn Spastik den Alltag bestimmt
Ein Schlaganfall kann das bisherige Leben komplett verändern und verschiedene Begleiterkrankungen mit sich ziehen. Das Eintreten einer Spastik nach einem Schlaganfall zählt dazu und bringt im Alltag viele neue Herausforderungen mit sich. Die betroffenen Muskelgruppen und die Ausprägungen können dabei stark variieren: Die Hand lässt sich nicht mehr richtig öffnen, das Bein wird steif, der Fuß kippt nach unten oder andere Erscheinungen. Bewegungen, die früher selbstverständlich waren, werden mühsam oder sind gar nicht mehr möglich. Viele Betroffene sind dann über Monate hinweg auf Unterstützung im Alltag angewiesen. Hinzu kommen die Anforderungen einer Therapieorganisation und -bewältigung, sowie die Kommunikation und das Zusammenbringen von Informationen verschiedener Leistungserbringenden.
moVe-it hilft Ihnen dabei, Therapie und Begleitung besser zu organisieren und verzahnen, damit Behandlungen schneller greifen und im Alltag leichter umsetzbar sind.
Worum handelt es sich bei moVe-it?
moVe-it ist eine neue Versorgungsform, die über die Regelversorgung hinausgeht. Genauer gesagt, handelt es sich um ein Innovationsfondsprojekt. Der Innovationsfonds ist ein Förderinstrument des Gemeinsamen Bundesausschusses. Seit 2016 werden damit Projekte finanziert, die neue Versorgungsansätze in der gesetzlichen Krankenversicherung erproben.
Was können Sie von moVe-it erwarten?
Für viele Betroffene ist es entlastend, wenn Informationen, Therapieplanung und Rückmeldung aus dem Alltag an einem zentralen Ort zusammengeführt werden. Genau dafür ist moVe-it gedacht: eine bessere Abstimmung zwischen den Fachleuten und eine engere Begleitung, die auf Ihre persönliche Situation abgestimmt ist.
Im Mittelpunkt steht ein digital gestütztes Versorgungsmanagement aus Ärztinnen und Ärzten, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie weiterem Fachpersonal.
Konkret gehören dazu unter anderem:
- Screening zur Früherkennung spastischer Symptome
- Regelmäßige fachübergreifende Fallkonferenzen, webbasiert und digital, damit Therapieentscheidungen nicht nebeneinander, sondern gemeinsam getroffen werden.
- Koordination durch einen moVe-it-medical-Manager, damit Abläufe organisiert sind und Sie sich nicht durch Zuständigkeiten kämpfen müssen.
- Begleitung per moVe-it-App, zum Beispiel mit Spastik-Tagebuch, Informationen zur Erkrankung, Tipps für den Alltag und der Möglichkeit, behandelnde Praxen zu hinterlegen .
Wichtig: moVe-it ist als Studie aufgebaut, um den Erfolg der neuen Versorgungsform wissenschaftlich zu evaluieren. Es gibt eine Interventions- und eine Kontrollgruppe. Die Zuordnung zu den Gruppen erfolgt per Zufallsprinzip im Rahmen einer Cluster-Randomisierung.
Wer kann an moVe-it teilnehmen?
Der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Ab dem 1. April 2026 können Sie sich, sofern Sie gesetzlich krankenversichert sind, für eine Teilnahme registrieren lassen. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen:
- Diagnose: Schlaganfall, nicht länger als sechs Monate zurückliegend, mit anschließend entwickelter Spastik.
- Behandlung: Betreuung bei teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten oder Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Bayern, Berlin oder Brandenburg.
- Bereitschaft zur Nutzung der App: Die moVe-it-App ist ein zentraler Baustein der Begleitung.
Ob moVe-it für Ihren individuellen Fall geeignet ist, entscheidet Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt.
So nehmen Sie an moVe-it teil
- Sprechen Sie Ihre behandelnde Praxis oder Klinik auf moVe-it an.
- Zum Projektstart im April finden Sie über unsere Arztsuche niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, die an dem Projekt teilnehmen.
- Wenn Ihre Praxis nicht dabei ist, können Sie direkt Kontakt zu einem Studienzentrum aufnehmen oder eine E-Mail an move-it@mobil-krankenkasse.de schreiben.
- Auf unserer Webseite zum Projekt finden Sie außerdem die E-Mail-Kontakte der Studienzentren, zum Beispiel für die Charité in Berlin oder Standorte in Bayern.