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Longevity: Gesund älter werden statt nur länger leben
Der Begriff Longevity ist derzeit allgegenwärtig. Aber was bedeutet er eigentlich? Was versteht die Wissenschaft unter gesundem Älterwerden und was lässt sich im Alltag tun, um möglichst lange fit und aktiv zu bleiben?
Ob in der Werbung oder auf Social Media: Longevity hat sich zu einem regelrechten Hype entwickelt. Verbirgt sich dahinter nur eine neue Verpackung für den bekannten Anti-Aging-Trend oder steckt mehr dahinter?
Worum es bei Longevity geht
Im Mittelpunkt des Longevity-Konzepts stehen sogenannte gesunde Lebensjahre. Gemeint ist damit die Zeitspanne, in der Menschen ohne größere gesundheitliche Einschränkungen leben können. Gerade in Europa werden Menschen zwar im Durchschnitt älter, verbringen aber einen großen Teil ihres Lebens mit chronischen Erkrankungen oder Einschränkungen im Alltag.¹ Dadurch rückt die Frage, wie sich Gesundheit möglichst lange erhalten lässt, immer stärker in den Fokus.
Was Longevity bedeutet – und was nicht
Konkret geht es bei Longevity darum, altersbedingte Erkrankungen möglichst lange hinauszuzögern und die körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit zu stabilisieren. Nicht dazu gehört die Vorstellung, den biologischen Alterungsprozess gezielt „abschalten“ zu können. Auch aufwendige Selbstvermessung oder exotische Nahrungsergänzungsmittel spielen in der wissenschaftlichen Bewertung – zumindest bislang – keine zentrale Rolle. Stattdessen sind grundlegende, gut belegte Einflussfaktoren entscheidend.
Wo sich im Alltag am meisten bewirken lässt
Aus Expertensicht gibt es acht Bereiche, die besonders großen Einfluss darauf haben, wie lange Menschen körperlich und geistig fit bleiben.² Dazu zählen:
- Bewegung
- Ernährung
- Schlaf
- Rauchfreiheit
- Körpergewicht
- Blutdruck
- Blutzucker
- Cholesterin
Für den Alltag lässt sich das gut auf zwei einfache Fragen herunterbrechen: Was kann ich regelmäßig selbst tun und welche Gesundheitswerte sollte ich im Blick behalten? Regelmäßig selbst beeinflussen lassen sich vor allem Bewegung, Schlaf, Ernährung und der Verzicht auf Zigaretten. Die übrigen Bereiche zeigen vor allem, wie sich Lebensstil und Gesundheit langfristig im Körper widerspiegeln und sollten deshalb regelmäßig überprüft werden.
Warum kleine Veränderungen langfristig zählen
Viele der gesundheitlichen Einschränkungen im höheren Lebensalter entwickeln sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte. Entsprechend wirksam ist es, frühzeitig und schrittweise gegenzusteuern. Longevity macht es jedoch nicht notwendig, den Alltag komplett umzukrempeln. Vielmehr geht es darum, einzelne Gewohnheiten dauerhaft zu verbessern und realistische Routinen aufzubauen.
Sechs Tipps für gesundes Altern
Die folgenden Anregungen zeigen, wie sich Longevity ganz pragmatisch in den Alltag übersetzen lässt.
- Bewegung fest verankern: Integrieren Sie zum Beispiel kurze Wege zu Fuß oder regelmäßige Spaziergänge in Ihren Tagesablauf.
- Schlaf ernst nehmen: Versuchen Sie, möglichst feste Schlafenszeiten einzuhalten und Ihren Schlafrhythmus zu stabilisieren.
- Ausgewogen essen: Wählen Sie Mahlzeiten, die satt machen, vielseitig sind und sich langfristig gut umsetzen lassen.
- Rauchfrei leben: Auch ein später Rauchstopp verbessert die gesundheitlichen Aussichten.
- Wichtige Werte kennen: Lassen Sie Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin regelmäßig überprüfen.
- Realistisch starten: Nehmen Sie sich eine kleine Veränderung vor und bleiben Sie konsequent dabei.
Gesundheitskurse: Aktiv werden – Kosten übernehmen lassen
Gesundheitskurse helfen, Vorsätze im Alltag dauerhaft umzusetzen – ob mit Bewegung, Entspannung oder gesunder Ernährung. Die Mobil Krankenkasse unterstützt dabei und übernimmt bis zu zwei zertifizierte Kurse pro Jahr, insgesamt bis zu 1.200,00 € bei regelmäßiger Teilnahme. Die Angebote gibt es vor Ort oder online. Mehr Informationen und passende Kurse finden Sie auf unserer Webseite.