Ein Mann umarmt seine traurige Frau. Aktuelle Ausgabe

Unerfüllter Kinderwunsch – Wege zum Wunschkind

Monat für Monat hoffen, doch der Schwangerschaftstest bleibt negativ. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist keine Seltenheit, wird aber oft noch tabuisiert. Wir zeigen Ihnen verschiedene Wege auf, um Sie emotional, medizinisch und finanziell bestmöglich zu begleiten.

Zwischen Hoffen, Bangen und Enttäuschung: Ein unerfüllter Kinderwunsch bedeutet für viele Paare ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Diese Situation kann sehr belastend sein, doch es gibt heute vielfältige medizinische Möglichkeiten und Angebote, die Paare auf dem Weg zum Wunschkind unterstützen.

Wir klären auf, welche Behandlungsmethoden es gibt, welche Kosten wir übernehmen und mit welchen zusätzlichen Hilfsangeboten wir Ihnen zur Seite stehen.

Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt

Bleibt eine erhoffte Schwangerschaft aus, geraten Paare oft in eine seelische Ausnahmesituation. In Deutschland hat etwa jedes achte bis zehnte Paar Schwierigkeiten, seinen Kinderwunsch zu erfüllen. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen etwa gleich häufig bei der Frau oder beim Mann. Mögliche Ursachen sind z. B. hormonelle Störungen, organische Erkrankungen oder psychische Belastungen. All diese Faktoren können eine Schwangerschaft erschweren oder verhindern.

Sie sind nicht allein: Ein unerfüllter Kinderwunsch bedeutet für die Betroffenen oft eine emotionale Achterbahn der Gefühle. Häufig fällt es schwer, mit Freunden oder der Familie über die eigenen Ängste und den Druck zu sprechen. Wichtig ist jedoch, sich diesem seelischen Stress nicht allein zu stellen. Neben dem Austausch mit vertrauten Menschen können hier auch professionelle Unterstützungsangebote helfen. Bevor wir darauf genauer eingehen, werfen wir zunächst einen Blick auf die medizinischen Möglichkeiten.

Kinderwunschbehandlung: Welche medizinischen Möglichkeiten gibt es?

Die Medizin hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Für Paare mit Fruchtbarkeitsstörungen gibt es heute verschiedene Methoden der Kinderwunschbehandlung, die je nach Ursache zum Einsatz kommen:

  • Insemination: Zum Zeitpunkt des Eisprungs wird aufbereiteter Samen des Partners direkt in die Gebärmutter injiziert. Dadurch werden unbewegliche Spermien aussortiert und die „guten“ Spermien näher zum Eileiter gebracht, wo die Befruchtung stattfindet. Diese vergleichsweise einfache Methode kann helfen, wenn die Spermienqualität beispielsweise leicht eingeschränkt ist oder keine schwerwiegenden Fruchtbarkeitsstörungen vorliegen.
  • In-vitro-Fertilisation (IVF): Hierbei werden der Frau nach einer hormonellen Stimulation Eizellen entnommen und im Reagenzglas mit den Samenzellen des Partners zusammengebracht. Werden die Eizellen erfolgreich befruchtet, werden die Embryonen im Rahmen eines Embryotransfers in die Gebärmutter übertragen. Im Idealfall wachsen sie dort heran und es kommt zu einer Schwangerschaft. Eine IVF wird oft empfohlen, wenn die Eileiter der Frau verschlossen sind oder mehrere Inseminationen erfolglos geblieben sind.
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Diese Methode ist eine Erweiterung der In-vitro-Fertilisation (IVF). Dabei wird ein einzelnes Spermium direkt in eine entnommene Eizelle injiziert. Dadurch lässt sich eine Befruchtung selbst bei stark eingeschränkter Spermienqualität nahezu sicherstellen. Eine ICSI wird in der Regel angewendet, wenn herkömmliche IVF-Versuche erfolglos waren oder die Spermien des Mannes nur in geringer Anzahl oder minderer Qualität vorhanden sind. Falls keine Spermien im Ejakulat vorhanden sind, können diese gegebenenfalls operativ aus dem Hodengewebe gewonnen werden.

Welche Behandlung in Ihrem individuellen Fall die besten Erfolgschancen bietet, sollten Sie gemeinsam mit einem spezialisierten Arzt bzw. einer spezialisierten Ärztin besprechen. Oft sind mehrere Versuche nötig, bis eine Schwangerschaft eintritt und ein Erfolg lässt sich trotz modernster Technik leider nicht garantieren. Umso wichtiger ist es, realistische Erwartungen zu haben und sich auf einen längeren Weg einzustellen, der auch finanziell vorausschauende Planung erfordert.

Kostenübernahme: Was übernimmt die Krankenkasse?

Kinderwunschbehandlungen können teuer sein und stellen ohne Unterstützung eine finanzielle Hürde dar. Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 50 % der Behandlungskosten für bis zu drei Versuche einer künstlichen Befruchtung. Allerdings ist diese Kostenbeteiligung an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:

  • Das Paar muss verheiratet sein.
  • Beide Partner müssen mindestens 25 Jahre alt sein.
  • Die weibliche versicherte Person darf höchstens 39 Jahre alt sein, der männliche Versicherte höchstens 49 Jahre.

Ihr Kinderwunschzentrum stellt einen Behandlungsplan aus, der vor Beginn der Behandlung von der Krankenkasse genehmigt werden muss.

Neben der Krankenkasse gibt es weitere finanzielle Hilfen: In einigen Bundesländern gewähren Bund und Länder gemeinsam zusätzliche Zuschüsse zur Kinderwunschbehandlung. Diese Förderangebote unterscheiden sich je nach Bundesland. Mit dem „Förder-Check“ können Sie prüfen, welche staatlichen Zuschüsse an Ihrem Wohnort verfügbar sind.

Zusatzleistungen der Mobil Krankenkasse: Programm BKK Kinderwunsch

Wir möchten Sie über die gesetzlichen Leistungen hinaus unterstützen: Mit dem Programm BKK Kinderwunsch ermöglichen wir Ihnen weitere finanzielle Zuschüsse und Leistungen. Wenn Sie bei der Mobil Krankenkasse versichert sind und Ihr behandelndes Kinderwunschzentrum an diesem Programm teilnimmt, können u. a. folgende Mehrleistungen in Anspruch genommen werden:

  • Zuschüsse für spezielle Leistungen: Pro Versichertenpaar wird zweimal ein Kryozyklus (Einfrieren und späteres Auftauen befruchteter Eizellen) mit 350,00 € und zweimal eine Blastozystenkultur (Weiterkultivierung der Embryonen bis Tag 5) mit 250,00 € bezuschusst. Darüber hinaus erhalten Paare einmalig einen finanziellen Zuschuss für einen vierten Behandlungsversuch, also einen IVF-/ICSI-Zyklus außerhalb der regulären drei: 800,00 € bei IVF bzw. 1.000,00 € bei ICSI. Diese Extras können die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen und die finanzielle Last mindern.
  • Erweiterte Altersgrenze: Während die Regelversorgung nur bis zum 40. Lebensjahr der Frau greift, umfasst das Programm BKK Kinderwunsch Behandlungen bis zum 42. Lebensjahr der Frau. Damit haben auch etwas ältere Versicherte noch zwei weitere Jahre die Möglichkeit, die Zuschüsse zu nutzen.
  • Flexible Behandlung und Sicherheit: Zeigt sich im Behandlungsverlauf, dass anstelle einer IVF eine ICSI nötig ist, ermöglicht das Programm einen vereinfachten Wechsel des Verfahrens ohne neuen Antrag. Zudem wird Wert auf medizinische Sicherheit gelegt: Um Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden, werden – sofern medizinisch vertretbar – maximal zwei Embryonen übertragen, bevorzugt sogar nur ein einzelner (Single-Embryo-Transfer). Falls noch kryokonservierte Eizellen aus früheren Zyklen vorhanden sind, kann auf eine weitere hormonelle Stimulation verzichtet werden, was den Körper der Frau schont.

Mit unserem erweiterten Leistungsangebot möchten wir die Belastung für Paare sowohl emotional als auch finanziell reduzieren und Sie bestmöglich unterstützen.

Beratung und Hilfe: Sie sind nicht allein

Neben der medizinischen Behandlung sollten Paare die seelische Unterstützung nicht vernachlässigen. Eine Kinderwunschbehandlung ist oft von Hoffen und Bangen geprägt – eine professionelle psychosoziale Beratung kann helfen, diese „emotionale Achterbahn“ abzufedern. Geschulte Berater/innen stehen unter Schweigepflicht und bieten Ihnen einen geschützten Raum, um Sorgen, Ängste und Fragen zu besprechen. Solche Gespräche können zu jedem Zeitpunkt sinnvoll sein: als Entscheidungshilfe vor einem schwierigen Schritt, als Begleitung während belastender Behandlungsphasen oder auch zur Unterstützung, falls der Weg zum leiblichen Kind am Ende erfolglos bleibt.

Auf dem Informationsportal Kinderwunsch lässt sich gezielt nach psychosozialen Beratungsstellen in Wohnortnähe suchen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann Unterstützung bieten. Selbsthilfegruppen ermöglichen es, sich mit Paaren in ähnlicher Situation auszutauschen. Zu wissen, dass man mit seinen Gefühlen nicht allein ist, kann sehr entlastend sein.

Unerfüllter Kinderwunsch - wir beraten Sie gern

Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt, unterstützen wir Sie gern: Lassen Sie sich in Absprache mit uns und Ihrem behandelnden Arzt Wege und Möglichkeiten der Unterstützung aufzeigen.

Unter der Telefonnummer 0800 255 0800 erreichen Sie uns von Montag bis Freitag.

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