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Augentraining: Was Übungen leisten können – und was nicht

Lange Bildschirmzeiten und wenig Blickwechsel belasten die Augen oft spürbar. Augentraining verspricht Entlastung, doch was lässt sich damit tatsächlich erreichen? Und können gezielte Übungen die Sehkraft verbessern oder gar eine Brille ersetzen?

Bei intensiver Bildschirmarbeit sind die Augen meist über längere Zeit auf einen festen Abstand eingestellt. Der natürliche Wechsel zwischen Nähe und Ferne, der für Entlastung sorgt, bleibt aus. Gleichzeitig blinzeln viele Menschen beim Arbeiten am Bildschirm deutlich seltener. Diese Kombination aus Dauerfokus und reduziertem Blinzeln kann dazu führen, dass die Augen schneller ermüden.

Wenn die Augen müde werden: Typische Anzeichen im Alltag

Die einseitige Belastung der Augen äußert sich häufig in Beschwerden wie trockenen oder brennenden Augen, Spannungsgefühlen rund um die Augenpartie, Kopfschmerzen oder vorübergehend unscharfem Sehen. Fachlich wird dieses Beschwerdebild häufig als digitale Augenbelastung bezeichnet.

Ansatzpunkt Augentraining: Abwechslung für Augen und Blick

Augentraining setzt genau an diesen Alltagsbelastungen an. Einfache Übungen sorgen für mehr Abwechslung beim Sehen und regen die Augenbeweglichkeit an. Ziel ist es, eingefahrene Sehgewohnheiten zu unterbrechen und die Augen zwischendurch zu entlasten. In diesem Sinne wirkt Augentraining weniger wie sportliches Training, sondern eher wie aktive Erholung für ein stark beanspruchtes Sinnesorgan.

Realistisch bleiben: Was Augentraining leisten kann – und was nicht

Wichtig ist dabei eine realistische Einordnung: Fehlsichtigkeiten wie Kurz- oder Weitsichtigkeit lassen sich durch Augentraining nicht korrigieren, eine Brille kann dadurch nicht ersetzt werden. Studien zeigen jedoch, dass regelmäßige Augenübungen dazu beitragen können, typische Beschwerden bei intensiver Bildschirmarbeit zu lindern, etwa trockene Augen oder schnelle visuelle Ermüdung.¹

Für wen sich Augentraining besonders eignet

Grundsätzlich können alle Erwachsenen von Augentraining profitieren. Besonders sinnvoll ist Augentraining in folgenden Situationen:

  • tägliche, mehrstündige Bildschirmarbeit
  • häufiger Wechsel zwischen Laptop, Smartphone und Tablet
  • trockene Raumluft, etwa durch Klimaanlagen oder Heizungen
  • müde oder angespannte Augen am Abend
  • Tragen einer Brille bei gleichzeitig hoher Augenbelastung

Fünf einfache Übungen für entspannte Augen

Entscheidend für ein erfolgreiches Augentraining ist nicht die Intensität, sondern die Regelmäßigkeit. Folgende einfache Übungen lassen sich ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren:

1. Den Blick in die Ferne schweifen lassen

Mehrmals täglich bewusst einen entfernten Punkt fixieren – etwa aus dem Fenster oder am anderen Ende des Raumes. Der Wechsel zwischen Nähe und Ferne entlastet die Augenmuskulatur, die bei Bildschirmarbeit dauerhaft angespannt ist.

2. Augen langsam kreisen

Mit locker geöffneten oder geschlossenen Augen die Blickrichtung langsam im Uhrzeigersinn und anschließend in die Gegenrichtung bewegen. Diese Übung kann Spannungsgefühle reduzieren.

3. Bewusst blinzeln

Beim konzentrierten Arbeiten sinkt die Lidschlagfrequenz deutlich. Mehrmals hintereinander bewusst und vollständig zu blinzeln, unterstützt die Befeuchtung der Augenoberfläche.

4. Augen zur Ruhe kommen lassen

Die Handflächen aneinanderreiben, bis sie warm sind, und locker über die geschlossenen Augen legen. Dunkelheit und Wärme wirken beruhigend und helfen, visuelle Reize für einen Moment auszublenden.

5. Regelmäßige Bildschirmpausen einplanen

Etwa alle 20 Minuten den Blick für kurze Zeit vom Bildschirm lösen und in die Ferne schweifen lassen, zum Beispiel aus dem Fenster oder auf einen weiter entfernten Punkt im Raum. Schon wenige Sekunden reichen aus, um die Augen zu entlasten.

Zum Weiterlesen

Ob und wie Bildschirmzeit das Risiko für Kurzsichtigkeit beeinflussen kann, haben wir in diesem Artikel für Sie aufbereitet.

 

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