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Kopf-, Schulter- und Nackenschmerzen aktiv angehen
Profitieren Sie vom Wissen des Facharzts für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Dr. Marshall, und melden Sie sich jetzt für unser kostenloses Online-Seminar zum Thema Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen im Oktober an!
Online-Seminar zum Thema Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen
Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt: Fast jede zweite erwachsene Person in Deutschland hatte im vergangenen Jahr Nackenschmerzen, rund die Hälfte kennt Kopfschmerzen. Wer viel am Bildschirm arbeitet, ist überdurchschnittlich oft betroffen. Auch einseitige Belastungen, Stress und Bewegungsmangel spielen eine Rolle.
Aber warum trifft es gerade diese Region so häufig, welche Ursachen stecken wirklich dahinter – und ab wann sollte man die Beschwerden ärztlich abklären lassen?
Um diese Fragen zu klären, bieten wir unseren Versicherten am Dienstag, 27.10.2026 um 18:30 Uhr gemeinsam mit Dr. Marshall ein kostenfreies Online-Seminar an.
Darin wird er über die Entstehung der Beschwerden, mögliche Warnzeichen und aktuelle Behandlungswege informieren. Vor allem aber bekommen Sie konkrete Hilfestellung für den Alltag: Dr. Marshall zeigt Übungen, die sich ohne Geräte und in wenigen Minuten umsetzen lassen, und erklärt, worauf es dabei ankommt. Denn was Betroffene selbst tun können, ist bei den allermeisten eine ganze Menge. Am Ende haben Sie außerdem die Möglichkeit, ihm Ihre Fragen zu stellen.
Anmeldung zum Online-Seminar
Nutzen Sie diese Gelegenheit und melden Sie sich jetzt direkt kostenlos zum Online-Seminar an.
Interview mit Dr. Marshall
Ein paar Fragen haben wir ihm schon vorab gestellt:
Herr Dr. Marshall, Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen kennen viele Menschen. Warum treten diese Beschwerden gerade in diesem Bereich so häufig auf?
Dr. Marshall: Zunächst ist mir ein Punkt besonders wichtig: Jeder Mensch muss individuell betrachtet werden. Kopf-, Nacken- oder Schulterschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben, und ähnliche Beschwerden bedeuten nicht automatisch, dass auch dieselbe Ursache dahintersteckt. Gerade im Gespräch mit Freunden oder Bekannten hört man häufig: „Bei mir war es damals genau das.“ Das kann ein hilfreicher Hinweis sein, lässt sich aber nicht einfach auf die eigene Situation übertragen. Erst wenn wir die individuellen Beschwerden und ihre Ursachen wirklich verstanden haben, können wir auch gezielt helfen.
Trotzdem gibt es natürlich typische Muster. Kopf, Nacken und Schultergürtel sind sehr beweglich und werden gleichzeitig zu einem großen Teil durch Muskulatur stabilisiert. Die Halswirbelsäule trägt den Kopf, während die Schulterblätter muskulär am Brustkorb geführt werden. Dadurch reagiert diese Region besonders empfindlich auf langanhaltende und einseitige Belastungen.
Dadurch hat die Muskulatur in diesem Bereich eine besondere Bedeutung. Vereinfacht unterscheiden wir zwischen Muskeln, die eher zu Verkürzung und erhöhter Spannung neigen, und solchen, die bei fehlender Beanspruchung eher schwächer werden. Häufig sehen wir eine erhöhte Spannung der Nacken- und Brustmuskulatur. Gleichzeitig sind die tiefer liegende vordere Halsmuskulatur und die Muskeln, die unsere Schulterblätter stabilisieren und uns aufrichten, nicht ausreichend aktiviert oder belastbar. Dadurch kann eine muskuläre Dysbalance entstehen: Die Schultern wandern nach vorn, der obere Rücken rundet sich und die Nackenmuskulatur muss dauerhaft gegenhalten.
In dieser überlasteten Muskulatur können besonders schmerzhafte oder druckempfindliche Bereiche entstehen, die häufig als myofasziale Schmerz- oder Triggerpunkte bezeichnet werden. Der Schmerz bleibt dabei nicht immer auf den Ort seiner Entstehung begrenzt, sondern kann in andere Regionen ausstrahlen. Je nach betroffenem Muskel können dadurch beispielsweise Kopf-, Schulter-, Arm- oder auch Brustschmerzen entstehen. Solche Beschwerden können sehr einschränkend sein, obwohl ihre Ursache primär in der Muskulatur liegt.
Bildschirmarbeit und der häufige Blick auf das Smartphone können diese Entwicklung zusätzlich begünstigen. Entscheidend ist aber weniger eine einzelne vermeintlich „falsche“ Haltung. Problematisch wird vor allem, wenn wir über viele Stunden in derselben Position bleiben und unserem Körper kaum Abwechslung bieten.
Die gute Nachricht ist: Bei sehr vielen Betroffenen spielen Muskelspannung, fehlende Bewegungsvariation und eine unzureichende muskuläre Belastbarkeit eine größere Rolle als Bandscheiben- oder knöcherne Veränderungen. Dennoch muss immer der einzelne Mensch betrachtet werden – denn erst eine sorgfältige Einordnung zeigt, welche Faktoren tatsächlich relevant sind und welche Behandlung sinnvoll ist.
Viele Betroffene vermuten hinter ihren Schmerzen vor allem Verspannungen oder eine falsche Haltung. Welche Ursachen sehen Sie in der Praxis besonders häufig – und welche Rolle spielen Stress, Bewegungsmangel oder einseitige Belastungen?
Dr. Marshall: Das ist tatsächlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich, und meistens kommt auch nicht nur eine Ursache infrage. Was wir in der Praxis aber sehr häufig sehen, ist zunächst einmal fehlende Abwechslung. Eine bestimmte Haltung ist nämlich nicht automatisch schädlich. Problematisch wird sie vor allem dann, wenn wir über viele Stunden in derselben Position bleiben und den Körper immer auf die gleiche Weise belasten. Deshalb sage ich gern: Die beste Haltung ist die nächste.
Hinzu kommt, dass sich viele Menschen im Alltag insgesamt zu wenig bewegen. Dadurch fehlt den Muskeln, die den Rumpf aufrichten und die Schulterblätter stabilisieren, häufig die notwendige Kraft und Belastbarkeit. Ist dann beispielsweise auch die Brustwirbelsäule wenig beweglich, müssen Nacken und Schultern zusätzliche Arbeit übernehmen. Die Verspannung ist in diesem Fall also das, was Betroffene spüren – dahinter kann jedoch ein Zusammenspiel aus einseitiger Belastung, fehlender Beweglichkeit und unzureichender muskulärer Belastbarkeit stehen.
Gleichzeitig darf man den Einfluss von Stress nicht unterschätzen. Unter psychischer Anspannung erhöht sich bei vielen Menschen unbewusst die Muskelspannung – besonders im Nacken- und Schulterbereich, häufig aber auch im gesamten Körper. Darüber hinaus beeinflusst Stress unsere Schmerzwahrnehmung. Beschwerden, die wir in einer entspannten Phase kaum bemerken würden, können sich unter anhaltender Belastung deutlich intensiver anfühlen.
Und schließlich spielen auch Schlaf und Regeneration eine wichtige Rolle. Wer dauerhaft schlecht schläft oder sich zwischen den Belastungen nicht ausreichend erholt, kann erhöhte Muskelspannung und Schmerzen schlechter regulieren.
Am Ende geht es deshalb selten nur um die eine verspannte Stelle oder die vermeintlich falsche Haltung. Entscheidend ist vielmehr, den individuellen Alltag als Ganzes zu betrachten: Wie einseitig ist die Belastung? Wie viel Bewegung und Krafttraining finden statt? Wie hoch ist das Stressniveau? Und gibt es ausreichend Schlaf und Erholung? Erst daraus lässt sich ableiten, was der einzelnen Person tatsächlich helfen kann.
Sie sprechen von Zusammenhängen im Körper. Gibt es welche, die Betroffenen besonders häufig übersehen?
Dr. Marshall: Ein häufig übersehener Zusammenhang besteht zwischen Kiefer und oberer Halswirbelsäule. Unter Stress pressen oder knirschen viele Menschen mit den Zähnen – teilweise nachts, ohne es selbst zu bemerken. Dadurch kann die Kaumuskulatur dauerhaft überlastet werden.
Kiefer, Gesicht und oberer Nacken sind über Muskulatur, Gelenkfunktionen und die Verarbeitung ihrer Nervensignale eng miteinander verbunden. Beschwerden aus diesen Bereichen können sich deshalb gegenseitig beeinflussen. So können bei einer Funktionsstörung des Kiefergelenks neben Schmerzen im Kiefer oder Gesicht auch Nackenbeschwerden und bestimmte Formen von Kopfschmerzen auftreten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Kopf- oder Nackenschmerz vom Kiefer ausgeht. Kopfschmerzen haben zahlreiche mögliche Ursachen, und insbesondere eine Migräne muss davon klar unterschieden werden. Hinweise auf eine Beteiligung des Kiefers können morgendliche Beschwerden, nächtliches Knirschen, Schmerzen beim Kauen oder Gähnen, eine eingeschränkte Mundöffnung oder ein deutlich druckempfindlicher Kaumuskel sein.
Der Kiefer ist damit ein gutes Beispiel dafür, warum wir nicht nur auf die Stelle schauen sollten, an der der Schmerz wahrgenommen wird. Eine gute Untersuchung betrachtet immer den gesamten funktionellen Zusammenhang – ohne dabei vorschnell jede Beschwerde durch eine vermeintliche körperliche „Kette“ erklären zu wollen.
Ab wann sollten Kopf-, Nacken- oder Schulterschmerzen ärztlich abgeklärt werden? Gibt es Warnzeichen, bei denen Betroffene nicht abwarten sollten?
Dr. Marshall: Wenn die Beschwerden innerhalb weniger Tage allmählich nachlassen, besteht meist kein Grund zur Sorge. Halten sie jedoch länger als zwei bis drei Wochen an, verschlechtern sie sich oder treten sie regelmäßig wieder auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Zeitnah untersucht werden sollten Beschwerden nach einem Sturz, Unfall oder einer anderen Verletzung. Das gilt ebenfalls bei neurologischen Symptomen wie Taubheitsgefühlen, Kribbeln, elektrisierenden Schmerzen, neu auftretender Muskelschwäche oder Problemen mit Koordination und Gleichgewicht.
Bei plötzlich einsetzenden, ungewöhnlich starken Kopfschmerzen sollte man nicht abwarten. Das gilt auch für Kopfschmerzen in Verbindung mit Fieber und ausgeprägter Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, Sprach- oder Sehstörungen sowie Lähmungserscheinungen. Neuartige Kopfschmerzen, die erstmals nach dem 50. Lebensjahr auftreten, sollten ebenfalls ärztlich beurteilt werden.
Weitere Gründe für eine Abklärung sind Schmerzen, die kontinuierlich zunehmen oder regelmäßig den Schlaf unterbrechen, sowie begleitender ungewollter Gewichtsverlust, ausgeprägter Nachtschweiß oder eine bekannte Tumorerkrankung. Solche Warnzeichen bedeuten nicht automatisch, dass eine schwere Erkrankung vorliegt. Sie zeigen aber, dass eine gezielte Untersuchung sinnvoll und notwendig ist.
Worauf dürfen sich Teilnehmende im Oktober freuen? Wo wird der Schwerpunkt liegen?
Dr. Marshall: Im Online-Seminar geht es vor allem um zwei Dinge: die Beschwerden besser zu verstehen und selbst wirksam handeln zu können.
Zunächst betrachten wir, wie Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen entstehen und warum diese Regionen funktionell so eng zusammenarbeiten. Dabei sprechen wir über muskuläre Dysbalancen, einseitige Belastungen, Bildschirmarbeit, Stress, Schlaf und Regeneration. Auch der Zusammenhang mit der Brustwirbelsäule und dem Kiefer wird eine Rolle spielen.
Der Schwerpunkt liegt anschließend auf der praktischen Umsetzung. Die Teilnehmenden lernen einfache Übungen und Strategien kennen, die sich ohne besondere Geräte in den Alltag integrieren lassen. Dabei geht es nicht nur um Beweglichkeit, sondern auch um Kraft, Belastbarkeit und regelmäßige Positionswechsel. Außerdem besprechen wir, welche Behandlungsansätze sinnvoll sein können und wann eine medizinische Untersuchung notwendig ist.
Zum Abschluss werfen wir einen kurzen Blick auf chronische Schmerzen. Denn länger bestehender Schmerz bedeutet nicht zwangsläufig, dass weiterhin eine Gewebeschädigung vorliegt. Unser Nervensystem kann mit der Zeit empfindlicher auf Reize reagieren. Dieses Verständnis ist wichtig, um Angst vor Bewegung abzubauen und schrittweise wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln.
Die wichtigste Botschaft lautet: Die meisten Betroffenen können selbst sehr viel zur Verbesserung ihrer Beschwerden beitragen. Dafür braucht es keine perfekte Haltung, sondern ein besseres Verständnis der eigenen Belastungen, mehr Abwechslung und einen individuell passenden Weg zu mehr Bewegung und Belastbarkeit.
Vielen Dank – wir sind gespannt und freuen uns schon auf Sie im Oktober!