Kritische Phasen erfordern innovative Lösungen. Der Lockdown während der akuten Corona-Zeit war so eine Phase. Weil sie sich nicht einfach mit gesundheitlichen Problemen in ihre Arztpraxis begeben konnten, nutzten mehr Patienten die sichere telemedizinische Beratung über Videosprechstunde oder Telefon. Das spiegelt auch die repräsentative forsa-Umfrage unter 2.020 Befragten wider, die von der BKK Mobil Oil in Auftrag gegeben wurde. 25 Prozent der Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten auf eine telemedizinische Beratung durch einen Arzt zurückgegriffen haben, gaben an, Telemedizin häufiger zu benutzen als zuvor. Und 64 Prozent äußerten den Wunsch, sich auch nach Abklingen der Corona-Krise telemedizinisch beraten zu lassen.

Fulminante Entwicklung von Telemedizin

„Die Nachfrage nach telemedizinischer Beratung und Nutzung in den letzten Monaten hat gezeigt, dass es einen großen Bedarf gibt und dass diese Form der Interaktion auch angenommen wird“, bestätigt Prof. Dr. med. Christoph Herborn, Medizinischer Direktor der Asklepios Kliniken Gruppe. Er hält insbesondere Videosprechstunden für äußerst sinnvoll: „Sie sind für eine schnelle Beratung, für eine Verlaufsbeurteilung oder für eine Abklärung medizinischer Fragestellungen der bessere Weg als das normale Telefon, weil der physische Eindruck bei einer Bettlägerigkeit und die Einschätzung eines Allgemeinzustands durch das Kamerabild wesentlich unterstützt wird.“

Aufgeklärte Patienten dank Dr. Google

In diesem Zusammenhang steht auch das grundsätzliche Interesse von Patienten, sich eigenständig im Internet über Gesundheitsfragen zu informieren. Die Hälfte aller 2.020 Befragten gab an, dass sie innerhalb der letzten zwölf Monate bis zu fünfmal im Internet zu Krankheitssymptomen und Therapien recherchiert habe, weitere 20 Prozent sogar noch häufiger. Von Ärzten wird das grundsätzlich sehr begrüßt, wenngleich sie sich noch etwas seriösere Aufklärung wünschen. „Es kommt darauf an, seriöse Seiten einzurichten, die ein Qualitätssiegel tragen und Patienten zu ihren Symptomen schulmedizinisch und ohne Panikmache aufklären“, sagt Prof. Christoph Herborn.

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Prof. Dr. med. Christoph Herborn, Medizinischer Direktor der Asklepios Kliniken Gruppe

Frauen sind aufgeschlossener bei Gesundheitsfragen

Besonders groß scheint das Informationsbedürfnis von Frauen zu sein, der Anteil der weiblichen Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal im Internet zu Krankheitssymptomen oder Therapien recherchiert haben, lag mit 77 Prozent deutlich über dem der befragten Männer (63 Prozent). Das deckt sich auch mit den Beobachtungen von Ärzten, die Frauen bezüglich ihrer Gesundheitsfürsorge als interessierter und aufgeklärter wahrnehmen. „Frauen neigen eher dazu, in sich hineinzuhören“, bestätigt Aglaja Stirn, Professorin für Psychosomatische Medizin an der Universität Kiel. „Sie holen sich eher Rat, wenn sie unsicher sind oder konkrete Fragen zu Symptomen und Therapieansätzen haben.“ Frauen beschäftigten sich generell intensiver mit ihrer körperlichen Befindlichkeit, mit Fitnesswerten oder Monitoring-Apps zur Überwachung von Diät, Schlaf oder anderen Parametern, so die Expertin.

Großes Potenzial bei chronischen Erkrankungen

Gutes Monitoring von Gesundheitsparametern zeigt nicht nur Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem eigenen Körper, es bietet auch ein breiteres Spektrum an Präventionsmaßnahmen. „Gerade bei Erkrankungen wie Diabetes ist Eigenverantwortung sehr wichtig, also das Messen, Vergleichen und Einhalten von Blutzuckerwerten“, erklärt Prof. Aglaja Stirn. Über Telemedizin sei eine Rückkoppelung möglich, was Patienten ein Stück Unabhängigkeit und das Gefühl der Kontrolle gäbe. Dass insbesondere chronisch Kranke daran interessiert sind, zeigen auch die Zahlen der forsa-Umfrage: Mehr als ein Viertel der Befragten, die sich in den letzten zwölf Monaten haben telemedizinisch beraten lassen (27 Prozent), haben wegen einer chronischen Erkrankung mindestens einmal eine telemedizinische Beratung durch einen Arzt in Anspruch genommen.

Aglaja Stirn
Aglaja Stirn, Professorin für Psychosomatische Medizin an der Universität Kiel

Keine Diagnostik am Telefon

Telemedizinische Angebote machen jedoch den persönlichen Kontakt zum Arzt nicht überflüssig. „Am Ende des Tages basiert die Diagnose wesentlich auf der körperlichen Untersuchung sowie ergänzenden Verfahren aus der Bildgebung, aus der Labormedizin und aus der Erfahrung der jeweiligen Fachärzte. Das wird uns das Internet niemals ersetzen können. Auch nicht die Videosprechstunde, die aber für eine erste Abklärung eine große Hilfe sein kann“, stellt Experte Herborn klar. Das scheinen Patienten genauso zu bewerten. 82 Prozent der Befragten, die sich eine telemedizinische Beratung nicht vorstellen können, bevorzugen den persönlichen Kontakt mit einem (Fach)arzt.

Die BKK Mobil Oil hat mit der TeleClinic einen Kooperationspartner, der auf die digitalisierte Beratung spezialisiert ist. Das Münchener Unternehmen setzt sich seit 2015 für die Akzeptanz des deutschen Gesundheitswesens gegenüber Telemedizin ein. Über 100.000 ärztliche Fernbehandlungen wurden über Deutschlands führende Telemedizin-Plattform bereits erfolgreich abgeschlossen. Patienten können binnen weniger Minuten Arztgespräche führen. „Telemedizin überwindet viele akute Probleme der Gesundheitsversorgung. Sie fängt einen Teil der lückenhaften Versorgung im ländlichen Raum ab und entlastet Notaufnahmen, wenn Patienten außerhalb der gewöhnlichen Praxiszeiten dringenden ärztlichen Rat suchen. Für Eltern mit Kleinkindern zum Beispiel stellt dies eine große Erleichterung dar. Über TeleClinic erreichen sie zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Arzt ohne Anfahrt oder Warten im Vorzimmer“, erklärt Katharina Jünger, Gründerin und Geschäftsführerin von TeleClinic. Für Versicherte der BKK Mobil Oil ist die Videosprechstunde kostenfrei. Sie erhalten schneller einen Termin und können neben Allgemeinmedizinern auch Fachärzte für eine Beratung kontaktieren.

Katharina Jünger
Katharina Jünger, Gründerin und Geschäftsführerin von TeleClinic © TeleClinic

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Autor: Mobil Krankenkasse

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