Mobil Krankenkasse und Landesapothekerverband Niedersachsen stärken Aufklärung und Prävention
Nur jeder fünfte Erwachsene in FSME-Risikogebieten ist vollständig geimpft
Hamburg/Hannover, 01.04.2026 – In ausgewiesenen FSME-Risikogebieten verfügen nur rund 19 Prozent der Erwachsenen über einen vollständigen Impfschutz. Gleichzeitig waren laut dem Robert Koch-Institut (RKI) 98 Prozent der zuletzt gemeldeten FSME-Erkrankten nicht oder unzureichend geimpft. Die Mobil Krankenkasse setzt daher gemeinsam mit dem Landesapothekerverband Niedersachsen e.V. (LAV) auf gezielte Informationen zur Prävention.
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks verursachen kann. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) steigt die Erkrankungshäufigkeit deutlich ab dem 40. Lebensjahr an. Schwere Verläufe betreffen häufiger ältere Jugendliche und Erwachsene.
Empfehlung besteht – Nutzung bleibt ausbaufähig
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine FSME-Impfung für Personen, die in ausgewiesenen Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten und dabei Zecken ausgesetzt sind. Dennoch bleibt die Impfquote, insbesondere bei Erwachsenen, deutlich hinter den Empfehlungen zurück.
„Die aktuellen RKI-Daten zeigen eine klare Schutzlücke bei Erwachsenen in Risikogebieten. Prävention bedeutet für uns, Transparenz herzustellen und den Zugang zur Impfung nachvollziehbar und unkompliziert zu gestalten“, erklärt Tanja Euhus, Bereichsleiterin Innovation/Versorgung von der Mobil Krankenkasse.
Die Mobil Krankenkasse übernimmt die Kosten der FSME-Impfung für alle Versicherten in ganz Deutschland. In ausgewiesenen Risikogebieten erfolgt die Abrechnung direkt über die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Versicherte außerhalb dieser Gebiete erhalten eine Erstattung von 100 Prozent der Kosten für Impfstoff und ärztliche Leistung. Die Impfberatung, Indikationsstellung und Durchführung erfolgen ausschließlich durch Ärztinnen und Ärzte.
„Die FSME-Impfung ist eine wirksame Maßnahme, um sich vor einer Infektion mit dem FSME-Virus zu schützen“, betont Dr. Mathias Grau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen e.V. (LAV). „Gerade jetzt zu Beginn der Zeckensaison ist es wichtig, den eigenen Impfschutz zu überprüfen – insbesondere dann, wenn man in einem Risikogebiet lebt oder dort Urlaub plant. Viele Apotheken bieten einen Impfpass-Check an, unterstützen durch Information und Sensibilisierung für Zeckenschutz und verweisen bei weiteren Fragen zur Impfung an Ärztinnen und Ärzte. Die Kostenübernahme durch Krankenkassen trägt dazu bei, den Zugang zur FSME-Impfung zu erleichtern.“
Prävention regional verankern
Derzeit sind 183 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. In Niedersachsen betrifft dies das Emsland sowie seit 2025 auch den Landkreis Celle. Dieser wurde aufgrund gehäuft aufgetretener Erkrankungsfälle seit 2020 neu als Risikogebiet eingestuft. Für die Mobil Krankenkasse, die rund 200.000 Versicherte in Niedersachsen betreut, unterstreicht diese Entwicklung die Bedeutung einer strukturierten Präventionsarbeit vor Ort. Vor diesem Hintergrund kooperiert die Mobil Krankenkasse mit dem Landesapothekerverband Niedersachsen, um das Bewusstsein für Zeckenschutz und FSME-Risiken weiter zu stärken. Apotheken informieren über allgemeine Schutzmaßnahmen und übernehmen eine Lotsenfunktion.
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Service des Landesapothekerverbandes Niedersachsen: Hinweise zum Schutz vor Zecken • Lange Hosen, festes Schuhwerk: Nicht jeder Spaziergänger will im Sommer immer auf breiten Wegen bleiben. Wird ein Spaziergang abseits der Wege anvisiert, ist entsprechende Kleidung wichtig, wie lange Hosen und geschlossene Schuhe. Das gilt vor allem im Wald, am Waldrand oder auf Wiesen mit hohem Gras. • Meiden von Unterholz: Unterholz sollte vermieden werden, da sich Zecken dort besonders gern aufhalten. • Socken hochziehen: Socken sollten am besten über die Hosenbeine gezogen werden. So gelangen die Zecken nicht so leicht unter die Kleidung. • Helle Kleidung: Um Zecken frühzeitig zu entdecken, ist helle Kleidung sinnvoll. Auf diese Weise können die Tiere auf Hose oder T-Shirt schneller erkannt und entfernt werden, bevor es zu einem Stich kommt. Auch glatte Stoffe können hilfreich sein, da Zecken daran schlechter Halt finden. • Anti-Zecken-Sprays: Repellents in Form von Cremes oder Sprays sind in Apotheken erhältlich. Sie können Zecken fernhalten; die Wirkdauer ist je nach Produkt unterschiedlich und sollte beachtet werden. • Schnelles Absuchen: Nach einem Aufenthalt im Grünen sollte der Körper gründlich abgesucht werden. Besonders Kniekehlen, Leistenbereich, Achseln, Nacken und Haaransatz sind typische Stichstellen. • Richtiges Entfernen: Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst zeitnah mit einer Zeckenzange, -karte oder feinen Pinzette hautnah und gerade herausgezogen werden. Die Zecke dabei nicht quetschen und keine Hausmittel wie Öl oder Klebstoff verwenden. Anschließend die Einstichstelle desinfizieren. • Einstichstelle beobachten: Die betroffene Hautstelle sollte in den folgenden Tagen beobachtet werden. Treten grippeähnliche Symptome, Fieber oder auffällige Hautveränderungen auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. • Impfung gegen FSME: Menschen, die in Risikogebieten wohnen oder sich dort aufhalten, können sich gegen FSME impfen lassen. Die individuelle Impfberatung, Indikationsstellung und Durchführung erfolgen durch Ärztinnen und Ärzte. |
Weitere Informationen zur Kostenübernahme der FSME-Impfung bei der Mobil Krankenkasse finden Interessierte unter: www.mobil-krankenkasse.de
Quellen:
- Robert Koch-Institut (RKI): Epidemiologisches Bulletin 09/2025 (FSME-Erkrankungen und Risikogebiete 2024/2025) & Epidemiologisches Bulletin 50/2025 (FSME-Impfquoten bei Erwachsenen)
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): infektionsschutz.de (Stand 2025)