Schwimmen lernen: So wird Ihr Kind sicherer im Wasser
Schwimmen lernen ist ein Weg mit vielen kleinen Schritten. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind vom ersten Kontakt mit Wasser über das Seepferdchen hinaus begleiten und worauf es beim Baden ankommt.
Ob im Schwimmbad, am Badesee oder im Urlaub am Meer: Kinder kommen schon früh mit Wasser in Kontakt. Schwimmen zu lernen gibt ihnen mit zunehmendem Alter mehr Sicherheit und Selbstständigkeit. Die Vorbereitung darauf kann schon lange vor dem ersten Schwimmkurs beginnen.
Ab wann ist ein Schwimmkurs für Kinder sinnvoll?
Mit etwa fünf Jahren können viele Kinder mit einem Schwimmkurs beginnen.¹ Das Alter allein ist aber nicht ausschlaggebend. Hilfreich ist, wenn Ihr Kind bereits an Wasser gewöhnt ist und sich darin wohlfühlt. Traut es sich zum Beispiel, den Kopf unterzutauchen oder sich vom Wasser tragen zu lassen, ist das eine gute Grundlage fürs Schwimmenlernen.²︎ Fühlt es sich noch sehr unsicher, kann zunächst weitere spielerische Wassergewöhnung sinnvoll sein, etwa beim gemeinsamen Plantschen oder beim Gleiten durchs flache Wasser.
Woran lässt sich ein guter Schwimmkurs erkennen?
Ein guter Schwimmkurs vermittelt mehr als Schwimmtechniken. Kinder lernen zunächst grundlegende Fähigkeiten wie Atmen, Tauchen, Schweben, Gleiten und Springen. Das bildet die Basis dafür, sich später sicher im Wasser bewegen zu können. Fragen Sie bei der Kurswahl deshalb nach den Inhalten. Wichtig ist, dass Ihr Kind genügend Zeit bekommt, diese Fähigkeiten zu üben und seine Schwimmtechnik nach und nach zu entwickeln. Auch Möglichkeiten zum Weiterlernen nach dem ersten Kurs sind sinnvoll.
Kann mein Kind mit dem Seepferdchen sicher schwimmen?
Das Seepferdchen-Abzeichen zeigt, dass ein Kind erste grundlegende Fähigkeiten im Wasser erworben hat. Dazu muss es nach einem Sprung vom Beckenrand 25 Meter schwimmen, einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser heraufholen und die Baderegeln kennen.
Als Nachweis für sicheres Schwimmen gilt das Seepferdchen jedoch noch nicht.³ Diesen Nachweis erbringt erst das Deutsche Schwimmabzeichen Bronze, für das Kinder deutlich mehr können müssen. Und auch Kinder, die bereits gut schwimmen, brauchen im und am Wasser weiterhin Aufsicht.
Wie können Eltern ihr Kind beim Schwimmenlernen unterstützen?
Nach dem Seepferdchen heißt es vor allem: dranbleiben und regelmäßig schwimmen. Gemeinsame Schwimmbadbesuche sind eine gute Gelegenheit, das Gelernte in Ruhe auszuprobieren und zu festigen. Die Kursleitung kann Ihnen Tipps geben, welche Übungen Sie mit Ihrem Kind gut wiederholen können. Auch Geduld gehört dazu, denn jedes Kind hat sein eigenes Tempo und manche Kinder machen schneller Fortschritte als andere. Wichtig: Auch mit Seepferdchen sollten Kinder im und am Wasser weiterhin beaufsichtigt werden.
Was ist bei Schwimmhilfen für Kinder zu beachten?
Schwimmhilfen können beim Üben einzelner Bewegungen nützlich sein. So kommen zum Beispiel im Schwimmkurs Schwimmbretter zum Einsatz. Auftriebshilfen wie Schwimmflügel verändern jedoch die Körperlage im Wasser. Dadurch können Kinder weniger gut erfahren, wie ihr Körper vom Wasser getragen wird. So hilfreich solche Hilfen beim Üben sein können: Einen sicheren Schutz vor dem Ertrinken bieten sie nicht und sind deshalb kein Ersatz für die Aufsicht durch Erwachsene.
Was ist beim Baden im See und Meer zu beachten?
Auch wenn Ihr Kind im Schwimmbad schon gut zurechtkommt, kann das Schwimmen im offenen Wasser deutlich schwieriger sein. Wellen, Strömungen oder kaltes Wasser machen das Schwimmen anstrengender und sind für Kinder schwer einzuschätzen. Nutzen Sie deshalb zum Baden mit Kindern nur bewachte Badestellen, halten Sie sich an Warnhinweise und beaufsichtigen Sie Ihr Kind auch dann, wenn es schon schwimmen kann. Im Boot oder auf dem SUP sollten Kinder immer eine passende Rettungsweste tragen. Schwimmflügel und andere Auftriebshilfen sind dafür kein Ersatz.
Was tun, wenn ein älteres Kind noch nicht schwimmen kann?
Nicht alle Kinder lernen im gleichen Alter schwimmen. Wer erst später damit beginnt, kann es genauso gut lernen. Suchen Sie am besten nach einem Kurs, der zum bisherigen Können Ihres Kindes passt und in dem es gemeinsam mit Gleichaltrigen lernen kann. Hat Ihr Kind Angst vor dem Wasser, sollte zunächst die Wassergewöhnung im Vordergrund stehen. So kann es in seinem eigenen Tempo Vertrauen gewinnen und darauf aufbauen.
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