moVe-it Innovationsfondsprojekt

Innovative Versorgung für Schlaganfallpatienten mit Spastik.

MoVe-it

Das Wichtigste in Kürze

  • Projekt als Studie aufgebaut (Interventions- und Kontrollgruppe)
  • Patienten sowie Leistungserbringer werden randomisiert
  • Zuordnung mittels Cluster-Randomisierung nach Postleitzahl
  • Abrechnung verschiedener Leistungen je nach Gruppenzugehörigkeit 
  • Im Rahmen der Studie wird jeder Leistungserbringer als Prüfzentrum aufgenommen
  • Voraussetzungen für Beteiligung als Leistungserbringer an Studie:
    • Teilnahme am Selektivvertrag nach § 140a SGB V der Mobil Krankenkasse
    • Registrierung im IVM plus-Portal, wo:
      • Patienten eingeschrieben/angelegt werden
      • Abrechnung von erbrachten Leistungen erfolgt

Projektidee

Um eine leitliniengerechte Versorgung von Schlaganfallpatienten mit ausgeprägter Spastik (post-stroke spasticity - PSS) zu fördern, wurde unter der Führung der Mobil Krankenkasse das Innovationsfondsprojekt moVe-it konzipiert, das auf einem digitalen Versorgungsmanagement aufbaut. Dieses Projekt wird vom G-BA gefördert und ist am 01.10.2025 in den Bundesländern Bayern und Berlin/Brandenburg gestartet.

Das Projekt wird als wissenschaftliche Studie durchgeführt. Innerhalb der genannten Bundesländer erfolgt eine Cluster-Randomisierung nach Postleitzahl, woraus Interventions- oder Kontrollgruppen hervorgehen. Alle der Postleitzahl zugehörigen Patient:innen oder Praxen befinden sich dann in einer Interventions- oder Kontrollgruppe. Ab dem 01.04.2026 können Patient:innen in die Studie eingeschlossen werden.

Das Projekt schließt Erwachsene mit einer relevanten Spastik nach Schlaganfall ein.

MoVe-it Logo

Einschluss- und Ausschlusskriterien

  • Relevante Spastik (G81.1, G82.1, G82.4, G81.9) nach Schlaganfall (I60*, I61*, I63*, I64*, I69*); Einschätzung der Spastik mittels Schweregradbeurteilung: Stärker ausgeprägter Widerstand des Muskels (durch Muskeltonus), wenn ein Gelenk passiv bewegt wird (Beispiele sind Handgelenk, Ellenbogen, Schulter, Sprunggelenk, Knie oder Hüftgelenk). Dies zeigt sich über den größten Bereich des Bewegungsumfangs. Die betroffenen Extremitäten sind dabei noch leicht oder schwer oder gar nicht mehr zu bewegen.
  • Der für die Spastik ursächliche Schlaganfall darf bei Einschluss nicht länger als sechs Monate zurückliegen.
  • Mindestalter von 18 Jahren
  • Wohnort innerhalb des Studiengebiets (Bayern, Berlin, Brandenburg)
  • Patient:innen der teilnehmenden Leistungserbringenden
  • Vorhandensein einer E-Mail-Adresse sowie eines Smartphones
  • Gesetzlich krankenversichert
  • Vorliegende unterschriebene Teilnahmeerklärung und Einwilligung des Patienten

  • Unüberwindbare sprachliche oder neurokognitive Barrieren
  • Unzureichende Kenntnisse der deutschen Sprache, welche zur Beantwortung der Fragen notwendig sind
  • Parallele Teilnahme an einer anderen Interventionsstudie
  • Wohnort außerhalb des Studiengebiets
  • Privat krankenversichert
  • Weitere medizinische oder ethische Gründe, die nach begründeter Einschätzung des behandelnden Arztes gegen eine Teilnahme sprechen; die Entscheidung ist zu dokumentieren

Prozess der Interventionsgruppe

moVe-it Prozess Interventionsgruppe

Prozess der Kontrollgruppe

moVe-it Prozess Kontrollgruppe

Leistungen und Vergütungen der neuen Versorgungsform

Die gesundheitlichen Versorgungsleistungen umfassen unter anderem:

  • Spatikmonitoring nach Eintreten eines Schlaganfalls, jedoch noch keiner Manifestation einer Spastik
  • Anamnese und Basisuntersuchung
  • Zusätzliche therapeutische Gespräche zu moVe-it und individuellen Therapieanpassungen
  • Anbindung an die dafür entwickelte moVe-it-App
  • Vorbereitung und Teilnahme an insgesamt drei Fallkonferenzen
  • Möglichkeit einer klinischen Videosprechstunde

Die Vergütung richtet sich nach der Gruppenzugehörigkeit (IG und KG) und kann bis zu 630,00 € je Patient betragen. 

So werden Sie Teil des moVe-it-Netzwerkes:

Im ambulanten Sektor arbeitet das Netzwerk mit niedergelassenen Allgemeinmedizinern, Hausärzten, Neurologen und Physiotherapeuten zusammen. Im stationären Sektor können sich zudem Kliniken an der Studie beteiligen. 

► Wenden Sie sich für weitere Informationen gern direkt über die E-Mail-Adresse move-it@mobil-krankenkasse.de an uns.

► Wenn Sie an einer Teilnahme an der moVe-it-Studie interessiert sind, füllen Sie gern direkt die Interessensbekundung aus und senden Sie uns diese per E-Mail zu.

Ziel und Evaluation

Ziel der Studie ist der Nachweis, dass ein digitales Versorgungsmanagement zu einer erhöhten Inanspruchnahme leitliniengerechter Therapien und einem verbesserten Gesundheitszustand führt (Effektevaluation).

Evaluation:

  • Messung klinischer Wirksamkeit der nVF erfolgt über ausgewählte primäre und sekundäre Endpunkte.
  • Erhebung der Outcome-Parameter wird von unabhängigen Assessor:innen an beteiligten Studienhubs durchgeführt.
  • Implementierung und Umsetzung der nVF wird im Rahmen einer Prozessevaluation im Mixed-Methods-Ansatz überprüft.
  • Ziel ist, ein detailliertes Verständnis der Funktionsweise, Effektivität und Akzeptanz der nVF zu erlangen.
  • Die Prozessevaluation ermöglicht zusätzlich eine detaillierte Darstellung zur Implementierung der Intervention im Versorgungskontext.
  • Stichprobenartige Befragung anhand von semistrukturierten, leitfadengestützten qualitativen Interviews.
  • Zudem sollen drei Fokusgruppen zu zwei Zeitpunkten durchgeführt werden.

Ziel des Projekts ist es, den Gesundheitszustand von Schlaganfallpatient*innen mit Spastik durch ein digitales Versorgungsmanagement zu verbessern.

Hypothesen:

Primäre Hypothese H1: Die im Rahmen von moVe-it implementierte interdisziplinäre digitale Vernetzung der Versorgenden (telemedizinische Anwendungen), die an den Leitlinien orientierten Therapieempfehlungen sowie die kontinuierliche Patientenbegleitung führen im Vergleich zur Regelversorgung nach 8 Monaten (32 Wochen) zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands (WHODAS 2.0).

Die folgenden sekundären Hypothesen vergleichen die Ergebnisse der neuen Versorgungsform (nVF) nach 8 Monaten (32 Wochen) mit der Regelversorgung:

H2: Verbesserung der Lebensqualität (EQ-5D-5L).

H3: Reduktion der Spastiksymptomatik (ASHWORTH MAS, Zorowitz FB).

H4: Abnahme der Belastung der Pflegenden (Caregiver Strain Index).

H5: Verbesserung der Ausprägung ängstlicher und depressiver Symptomatik (HADS-D).

H6: Verringerung der Pflegebedürftigkeit und funktionalen Einschränkungen (Barthel-Index, I-ADL, mRS).