Schwangerschaft und Corona

Corona: das sollten Schwangere jetzt wissen

Die gesellschaftlichen Einschränkungen in Folge der Corona-Pandemie sind weitreichend – auch für Schwangere. Kinderheldin Nicole Höhmann klärt im Interview auf: Das sollten schwangere Versicherte jetzt wissen!

 

Worauf sollten Frauen in der Schwangerschaft achten?

Kinderheldin Nicole Höhmann im Interview
Kinderheldin Nicole Höhmann im Interview © Kinderheldin GmbH

Nicole Höhmann: Da das Virus noch so neu für die Forschung ist, gibt es noch keine Informationen darüber, ob Schwangere anfälliger für eine Infektion mit Covid-19 sind als andere. Bisher gibt es auch nur wenige Studien, in denen infizierte Schwangere untersucht wurden, allerdings zeigte sich bisher kein Hinweis für einen schwereren Verlauf in der Schwangerschaft im Vergleich zu nicht schwangeren Patientinnen. Es gelten für Schwangere selbstverständlich die gleichen Hygiene- und Verhaltensregeln wie für alle: Abstand halten, Händehygiene, Hust- und Niesetikette. Aktuelle Infos dazu gibt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)

Kann das Baby bei der Geburt angesteckt werden?

Nicole Höhmann: Zur Übertragung während der Geburt gibt es zurzeit nur wenige Daten. Bei den untersuchten Neugeborenen konnte eine Übertragung bisher nicht nachgewiesen werden. Nach der Geburt ist eine Ansteckung über Tröpfcheninfektion möglich, wie bei jeder anderen Person auch.  

Dürfen Väter bei der Geburt dabei sein?

Nicole Höhmann: Die Weltgesundheitsorganisation und europäische Fachgesellschaften sehen momentan keinen Grund dafür, Partner von gebärenden Frauen generell von der Geburt auszuschließen. Voraussetzung ist natürlich, dass sie nicht positiv auf SARS-CoV-2 getestet sind oder Symptome zeigen. Es sollte allerdings selbstverständlich sein, dass Schwangere und deren Partner vorhandene Symptome nicht verschleiern, weil sie unbedingt dabei sein wollen. Einzelentscheidungen von Kliniken sind je nach Situation zu berücksichtigen.

Können mit Covid-19 infizierte Mütter ihre Säuglinge stillen?

Nicole Höhmann: Muttermilch enthält viele wichtige Antikörper, mit denen die Mutter in Kontakt gekommen ist. Das Stillen bietet also den Vorteil, dass diese wichtigen Antikörper direkt mit der Muttermilch an das Kind weitergegeben werden. Da Covid-19 bisher nicht in der Muttermilch nachgewiesen werden konnte, können auch infizierte Mütter oder Verdachtsfälle unter Beachtung von verstärkten Hygienemaßnahmen weiter stillen. Wichtig ist hier insbesondere das gründliche Händewaschen vor und nach jedem Kontakt mit dem Kind und das Tragen eines Mundschutzes. Das Reinigen oder Desinfizieren von kontaminierten Oberflächen sind beim Umgang von Infizierten oder Verdachtsfällen mit Kindern generell empfohlen.

Wie sieht die Vor- und Nachsorge aus?

Nicole Höhmann: Aufgrund der derzeitigen Kontaktbeschränkungen wird eine Hebamme in jedem Einzelfall sorgfältig prüfen, ob ein Hausbesuch bei einer Schwangeren oder Mutter unbedingt nötig ist. Deshalb ist es im Moment möglich, Wochenbettbetreuungen und Unterstützung in der Schwangerschaft online in Anspruch zu nehmen. Auch Online-Kurse, wie sie von Kinderheldin angeboten werden, werden derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen wie der Mobil Krankenkasse bezahlt.

Unsere Expertin

Wir fragen Nicole Höhmann, Director Operations und Leiterin des Hebammenteams bei Kinderheldin