Kinder brauchen viel Bewegung – und zwar nicht nur, damit sie beim Mittagessen Appetit haben und abends gut einschlafen können: Indem sie rennen, toben, klettern und springen, lernen die Kleinen auch ihren Körper und ihre Umwelt kennen. Ein Spielplatz – ob öffentlich zugänglich oder ganz praktisch im eigenen Garten – bietet dafür optimale Bedingungen.

Wie entwickeln sich die motorischen Fähigkeiten meines Kindes?

In den ersten Lebensjahren werden die grundlegenden Bewegungsmuster eines Kindes angelegt und ausgebildet. Was in dieser Zeit nicht geschieht, lässt sich später kaum korrigieren. Tatsächlich beginnt die sogenannte motorische Entwicklung bereits im Mutterleib: Das Kind fängt an, sich zu bewegen – wenn auch zunächst „von außen“ kaum wahrnehmbar. Nach der Geburt kommen nach und nach komplexere Bewegungsabläufe hinzu, zum Beispiel sich drehen, aufsetzen, krabbeln, laufen, aber auch Fingerfertigkeiten wie greifen und kneten. Der Antrieb, all das zu lernen, ist im Kind verankert – Eltern brauchen es ihrem Nachwuchs nicht beizubringen. Aber: Sie sollten ihn unbedingt darin unterstützen, neue Bewegungsfertigkeiten auszuprobieren, denn nur so findet er seine Möglichkeiten und Grenzen heraus. Die unterschiedlichen Spielgeräte auf einem Spielplatz bieten Kindern das perfekte Umfeld, um sich auf vielfältige Weise auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Jede gelernte Bewegung wird als Muster im Gehirn gespeichert. Das Kind entwickelt so einen Vorrat an Bewegungsmustern und kann immer geschickter mit seinem Körper umgehen – es gewinnt Sicherheit und Selbstvertrauen.

Lachendes Baby krabbelt

Entwicklungsschritte der Kindermotorik

Hier können Sie noch mehr über die motorische Entwicklung bei Kindern erfahren.

Warum stärkt spielen auf dem Spielplatz das Immunsystem?

Das Spielen auf dem Spielplatz hat aber noch einen weiteren positiven Effekt: Im Kindesalter entwickelt sich nämlich auch das Immunsystem. Die Zellen der Körperabwehr lernen in dieser Zeit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, um für später gewappnet zu sein. Sind kaum Keime in der Umgebung vorhanden, schlägt das Immunsystem trotzdem zu – dann aber oft bei harmlosen Dingen wie Pollen, Nüssen oder Katzenhaar. Experten sind deshalb der Meinung, dass der Kontakt mit etwas „Schmutz“ die Abwehrkräfte stärkt und Allergien vorbeugen kann.[1] Auf dem Spielplatz haben Kinder die Möglichkeit, zum Beispiel beim Buddeln im Sandkasten auf relativ beschützte Art und Weise mit verschiedenen Keimen in Berührung zu kommen. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie alles in den Mund nehmen dürfen – optimal ist wie immer ein gesundes Mittelmaß. Besondere Vorsicht sollten Eltern bei Ausscheidungen von Tieren walten lassen, denn darin leben Erreger, die Menschen leicht infizieren können. Deshalb ist es wichtig, den Sandkasten immer sorgfältig zu inspizieren und ihn im eigenen Garten gut abzudecken, sobald kein Kind darin spielt.

 

[1] Quelle: Allergieinformationsdienst (Link zu https://www.allergieinformationsdienst.de/immunsystem-allergie/risikofaktoren/die-hygienehypothese.html).

Schritt für Schritt zum eigenen Spielplatz

Sind die räumlichen Gegebenheiten vorhanden, ist ein Spielplatz im Garten eine tolle Sache. Statt direkt loszulaufen und Spielgeräte zu kaufen oder im Internet zu bestellen, sollten Sie sich jedoch zunächst ein paar Gedanken über die Auswahl machen. Entscheidend ist nicht eine möglichst große Vielzahl, sondern ein Angebot an Spielgeräten, das auf die zukünftig dort spielenden Kinder abgestimmt ist. Dabei gibt es ein paar Faktoren zu berücksichtigen:

 

  • Wie viel Platz steht zur Verfügung?

Die Größe Ihres Spielplatzes richtet sich vor allem nach der Gesamtgröße des Gartens. Unterteilen Sie die Fläche in Bereiche, von denen einer den Kindern vorbehalten ist, und beachten Sie, dass Kinder auch eine Freifläche brauchen, auf der Sie einfach herumtollen können. Der Spielplatz selbst sollte nicht in der prallen Sonne liegen und vom Haus oder der Terrasse aus gut einsehbar sein. Zur Straße hin schirmen Sie ihn am besten mit einem Zaun oder einer Hecke ab.

  • Wie hoch ist Ihr Budget?

Wenn Sie sich über mögliche Spielgeräte informieren, achten Sie bei vermeintlichen Schnäppchen darauf, dass die Qualität stimmt. Vielleicht gibt es auch Geräte, die Sie selbst bauen könnten – im Internet gibt es viele Anleitungen und die Materialien sind in jedem Baumarkt erhältlich.

  • Wie alt sind die Kinder?

Je nach Alter der Kinder, für die Sie den Spielplatz einrichten, bieten sich oft verschiedene Varianten der beliebtesten Spielgeräte an. Wir haben Ihnen im Folgenden eine kleine Auswahl zusammengestellt.

Eltern sollten ihr Kind darin bestärken, sich ausgiebig zu bewegen, und es ermutigen und loben, wenn es eine neue Bewegungsart ausprobiert.

Welche Spielgeräte sind sinnvoll?

Für die Kleinsten ist ein Sandkasten aus gutem Grund der Klassiker schlechthin: Kuchen zu backen, Burgen zu bauen und mit Wasser herumzumatschen bringt Spaß und regt die Kreativität an. Den Sand mit den Händen zu erforschen fördert zudem den Tastsinn und das Formen, Kneten und Streuen schult gezielte Bewegungen. Sofern der Platz es zulässt, bietet sich ein fest installiertes Modell aus Holz an. Doch Vorsicht: Billigprodukte werden oft mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Imprägnierstoffen behandelt. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie ein Modell aus unbehandeltem Holz selbst lackieren. Alternativ gibt es auch kostengünstige mobile Sandkästen aus schadstofffreiem Kunststoff. Zum Füllen eignet sich spezieller Sandkistensand, der frei von Verunreinigungen und formstabil ist. Wichtig ist, dass man den Kasten abdecken kann, um den Sand vor Verunreinigungen zu schützen

Bereits Kleinkinder mögen das Schaukelgefühl, das für wohliges Bauchkribbeln sorgt. Aber eine Schaukel bringt nicht nur Spaß, sie ist zudem eine besonders gute Möglichkeit, um den Gleichgewichtssinn und damit auch die motorische und geistige Entwicklung des Kindes zu fördern. Die sanfte Hin- und Herbewegung trainiert die Körperhaltung und die räumliche Orientierung und wirkt sich positiv auf Muskel- und Bewegungssensoren aus. Wichtig für eine Schaukel im Garten sind ein fester Sitz und Halteseile oder -ketten, die Ihr Kind gut umgreifen kann. Mit Schaukelhaken ist eine Schaukel schnell an einen tragfähigen Ast montiert. Ist kein passender Baum vorhanden, kann auch ein Gerüst aufgestellt werden.

Die Rutsche ist ein weiteres Spielgerät, das einen positiven Beitrag zur Entwicklung Ihres Kindes leisten kann. Die Rutsche hinaufzuklettern und hinabzugleiten stärkt die Körperkraft und fördert das Gleichgewicht und die Koordination. Hinzu kommt: Kinder empfinden es als Erfolgserlebnis, das Spielgerät zu erklimmen und anschließend in die Tiefe zu sausen – auf diese Weise festigt das Rutschen das Selbstvertrauen. Last but not least fördert die Rutsche das räumliche Lernen, zum Beispiel indem Ihr Kind Gegenstände die Rutsche hinabgleiten lässt und so erforscht, wie sich diese im Raum bewegen.

Hüpfen steht bei den meisten Kindern hoch im Kurs – ein Trampolin im Garten wird deshalb mit Sicherheit nicht lange ungenutzt bleiben. Aber das Spielgerät hat noch weitere Vorteile: So wirkt sich das Springen positiv auf das Herz-Kreislauf-System, die Koordination und das Gleichgewicht aus. Auch übergewichtige Kinder haben an einem Trampolin meist Freude, denn beim Hüpfen fällt der Faktor Gewicht für einen Moment weg und sie können koordinativ mit normalgewichtigen Kindern mithalten – das wirkt sehr motivierend. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Eltern darauf achten, dass das Trampolin mit einem Sicherheitsnetz umspannt ist und nicht mit mehr Personen belastet wird, als vom Hersteller angegeben. Wählen Sie beim Kauf unbedingt TÜV-geprüfte Qualität und stellen Sie das Trampolin weit genug entfernt von Bäumen, Mauern und anderen Objekten auf.

Diese Art von Spielgerät hat wirklich Platz im kleinsten Garten: Ob Balken, Baumstamm oder Slackline – sich im Balancieren zu üben und mit dem Gleichgewicht zu spielen, ist ein Grundbedürfnis von Kindern. Der Anreiz liegt im Bangen um das Gelingen. Und so werden Kinder nicht müde, es immer wieder auszuprobieren und zu üben, bis aus Unsicherheit Sicherheit geworden ist. Für die Bewegungssicherheit ist das Gleichgewicht übrigens von großer Bedeutung: Kinder, deren Gleichgewichtssinn nicht ausreichend ausgebildet ist, reagieren im Alltag – zum Beispiel beim Spielen oder im Straßenverkehr – oft unsicher und ängstlich. Damit laufen sie Gefahr, sich in relativ harmlosen Situationen zu verletzen.

Ein kleines Fußballfeld im eigenen Garten ist leicht hergerichtet, sofern nur genug Platz vorhanden ist: Zwei Tore und eine kleine Rasenfläche reichen völlig. Beim Fußballspielen trainieren Kinder zahleiche Fertigkeiten auf einen Schlag: Sie rennen und springen, schießen und stoppen den Ball und versuchen, dessen Flugbahn und -geschwindigkeit abzuschätzen. Das trainiert nicht nur die Kondition, sondern auch die Koordination und Reaktionsfähigkeit –wertvolle Grundlagen, auf die Kinder immer wieder zurückgreifen können. Insbesondere für Kleinkinder, denen im Straßenverkehr häufig der Überblick fehlt, ist es äußerst hilfreich, beim Fußballspiel die Einschätzung von Entfernungen und die Beobachtungsgabe zu schulen. Ein weiterer Pluspunkt: Die kleinen Kicker lernen spielend, gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Das ist der erste wichtige Schritt, um aus Kindern echte Teamplayer zu machen.

Ist ein Spielplatz in jedem Garten erlaubt?

Wer ein eigenes Haus mit Garten besitzt und dort Spielgeräte aufstellen möchte, braucht sich grundsätzlich keine Sorgen um eine Genehmigung zu machen. Es gilt allerdings: Werden Baumaßnahmen erforderlich, kommt die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes ins Spiel – und die sieht in der Regel Mindestabstände zum Nachbargrundstück vor. Um sicherzugehen, sollten Sie sich deshalb vorab beim örtlichen Bauamt nach den aktuellen Vorgaben erkundigen. Gleiches gilt für Mieter eines Hauses oder einer Wohnung mit alleinigem Gartennutzungsrecht. Aber auch in einem Gemeinschaftsgarten dürfen Spielgeräte ohne Zustimmung des Vermieters aufgestellt werden. Voraussetzung ist, dass die Größe des Gartens eine solche Nutzung zulässt und die anderen Mieter den Garten weiterhin ungestört nutzen können. Sollten bauliche Veränderungen notwendig sein, zum Beispiel und eine Schaukel mit einem Betonsockel im Boden zu verankern, ist hingegen das Einverständnis des Vermieters erforderlich. Ein grundsätzliches Verbot mit Verweis auf sein Haftungsrisiko kann er nicht aussprechen, das hat das Amtsgericht Kerpen entschieden (Aktenzeichen: 20 C 443/01). Darüber hinaus gilt: Ziehen Sie aus, darf der Vermieter verlangen, dass Sie alle Spielgeräte, die Sie aufgestellt haben, abbauen und eventuell vorhandene Schäden am Boden beseitigen.

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