Ein Drittel der Schulkinder in Deutschland geht ohne Frühstück aus dem Haus – dabei ist ein gesundes Frühstück die Grundlage für einen guten Start in den Tag und hat sogar Auswirkungen auf die schulischen Leistungen: Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Noten bei Kindern, die frühstücken, doppelt so hoch ist wie bei Kindern, die mit leerem Magen zur Schule gehen. Allerdings kommt es darauf an, was gegessen wird: Ungesundes wie Süßigkeiten oder Chips hat keinen positiven Einfluss. Ernährungsexpertin Prof. Ulrike Arens-Azevedo hat uns verraten, was zu einem gesunden Frühstück für Kinder gehört und warum Pausensnacks wichtig sind.

Frau Prof. Arens-Azevedo, was ist am besten: Frühstück, Pausensnack oder beides?

Prof. Ulrike Arens-Azevedo: Frühstück sollte in jedem Fall sein – und das in Ruhe. Gut geeignet ist zum Beispiel selbst gemachtes Müsli ohne Zucker, dafür mit Früchten und fettarmer Milch oder fettarmem Joghurt, dazu ganz nach Geschmack Tee oder Fruchtsaft. Für Kinder und Jugendliche wird zusätzlich ein Pausensnack empfohlen, um die Energiespeicher regelmäßig zu füllen und eine gleichmäßige Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen zu gewährleisten. Bei Erwachsenen ist dies nicht mehr so wichtig.

Was gehört idealerweise auf ein Pausenbrot?

Prof. Ulrike Arens-Azevedo: Ein leckeres und gesundes Pausenbrot kombiniert ein Vollkorn- oder Mehrkornbrot oder -brötchen mit wenig Fett und einem mageren Belag, zum Beispiel Putenwurst oder Schnittkäse mit höchstens 48 % Fett i. Tr. sowie Gurkenscheiben, Radieschen, Salatblätter oder Tomatenscheiben.

Was kann in die Pausenbox wandern, wenn die Zeit knapp ist?

Prof. Ulrike Arens-Azevedo: Am besten ist Gemüse oder Obst, idealerweise in mundgerechte Stücke geschnitten – so greifen die Kinder eher zu. Auch ein fettarmer Joghurt ist ein guter Pausensnack. Sofern die Schule keinen Getränkebrunnen hat, ist Wasser wichtig.

Ist es in Ordnung, eine Süßigkeit in die Box zu geben?

Prof. Ulrike Arens-Azevedo: Nein, denn Süßigkeiten liefern nur Zucker und – wenn es sich zum Beispiel um Schokoriegel handelt – zumeist auch viel Fett. Nüsse und Obst sind für zwischendurch weitaus besser geeignet.

Wie kann man Kinder dazu bewegen, mehr Obst und Gemüse zu essen?

Prof. Ulrike Arens-Azevedo: Es gibt bei kleinen Kindern eine ausgeprägte Präferenz für süß, deshalb eignen sich süße Obstsorten wie Trauben, Bananen, Erdbeeren, Himbeeren, Äpfel und Birnen, Pfirsiche und Aprikosen oder auch Honigmelone sowie süße Gemüsesorten wie Möhren oder junger Kohlrabi und gelbe oder rote Paprika. Gemüsestifte zusammen mit leckeren Dips gehen immer.

Milch macht Frühstücksmuffel munter

Kinder, die gar keinen Appetit haben, sollten wenigstens ein Glas Milch, Kakao oder Saft trinken. Flüssigkeit kommt beim Denken überhaupt eine besondere Rolle zu, denn wenn wir nicht genug trinken, wird das Blut dickflüssiger. Dann fließt es langsamer und versorgt das Gehirn nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Zucker (Glukose). Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa einen Liter an kalorienfreien oder -armen Getränken wie Mineralwasser, ungesüßtem Kräuter- und Früchtetee oder Fruchtsaftschorlen.

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